4 Urſachen zur Annahme der Hauslehrer.
als ſie zu einer verſtaͤndigen und durchgaͤngig ver⸗ nuͤnftigen Betreibung der Berufsarbeiten die noͤ⸗ thige Vorbereitung erlangt haben. Auſſer Leſen, viele Landkinder lernen es nicht einmal recht, Schreiben, bei mehreren iſt hieran gar nicht zu denken, Rechnen, gemeiniglich nach einer Art, die fuͤrs Leben nicht brauchbar iſt, aus⸗ wendig zu lernenden Katechismus, der von den mehreſten nicht verſtanden, nicht zu Her⸗ zen genommen wird, und, wie viele Lehrer es treiben, auch nicht werden kann,— Singen, erbaͤrmlichen Schreien und Kreiſchen,— kann hier wenig oder gar nichts mehr gelernt werden. Wer kann es dann Eltern, zumal auf dem Lan⸗ de, verdenken, wenn ſie ſich bei dem Ernſt, ihre Kinder zu etwas Beſſerem, als zu Hirten und Bauern, als zu unvollkommenen Handwerkern zu erziehen, nach Maͤnnern umſehen, die den Wuͤn⸗ ſchen ihres Herzens hoͤhere Befriedigung ſchaffen. Wer darf es ihnen verargen, daß ſie die Ihri⸗ gen nicht in die Rauchſtuben und Dampfbaͤder der oͤffentlichen Schullehrer ſenden? Sie finden ja nicht alles betrieben, was ſie fuͤr die fruͤhe Bildung ihrer Kinder wuͤnſchen, und auch das, was noch vor die Hand genommen wird, nicht ſo bearbeitet, daß ſie das Gute davon hofſen koͤnnten, welches ſie gerne in den Ihrigen ge⸗ gruͤndet ſehen moͤchten. Heil den Kleinſtaͤdten und Doͤrfern, wo es anders, nemlich beſſer iſt; immer aber werden ſelbſt hier ſelten die Beduͤrf⸗ niſſe befriedigt werden koͤnnen, aus welchen ge⸗


