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Urſachen zur Annahme der Hauslehrer. 3
und Erziehung der Jugend durch Hauslehrer im Ganzen nicht leide, vielmehr oft weit beſſer und weiſer betrieben und ihrem wahren Endzweck naͤher gebracht werde, als durch manche oͤffent⸗ liche Anſtalt. Denn wir duͤrfen es kein Hehl haben, daß neben reinen und unreinen, erlaub⸗ ten und nicht ganz zu billigenden Urſachen, wel⸗ che die Sitte der Kindererziehung durch Hauslehrer allgemeiner gemacht haben, eine der hauptſaͤch⸗ lichſten in der immer noch herrſchenden Unvoll⸗ kommenheit vieler oͤffentlichen Jugendſchulen zu ſuchen ſey, die neben einer— zum Heil des all⸗ gemeinen Beſten in unſern Tagen ſteigenden— ſchoͤnen Anzahl beſſer und gut eingerichteten An⸗ ſtalten, immer noch in Menge vorhanden ſind. Es iſt ein herrlicher Zeitgeiſt, der Alles in ſolche Bewegung ſetzt, daß faſt uͤberall, auch von oben herab, Anordnungen getroffen werden, ſelbſt die niedern Schulen mit den fortgehend ſich beſſern⸗ den Einrichtungen anderer gemeinnuͤtziger Inſtitute gleichen Schritt halten zu laſſen. Gleichwol aber ſind die niedern Volksſchulen,(und— koͤnnen es auch nicht unter gewiſſen Umſtaͤnden) vornem⸗ lich auf dem Lande den Beduͤrfniſſen der Jugend nicht angemeſſen, welche fuͤr Verhaͤltniſſe gebil⸗ det werden ſoll, die uͤber den Bauern⸗ und un⸗ tern Buͤrgerſtand hinausſchreiten. Ach, es giebt wol immer noch einen ziemlichen Theil Landſchu⸗ len und Kleinſtadtſchulen, welche aus ihrer Mitte Menſchen in die Welt ſenden, die zu oͤffentlichen Geſchaͤften eben ſo wenig recht brauchbar ſind, 4 ½


