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Der neu erfundene Patent-Dünger des Prof. Dr. Justus Liebig in Gießen / Justus Liebig ; aus dem Englischen übersetzt und mit erläuternden Zusätzen begleitet von Dr. A. Petzholdt
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bald bei einer und derſelben Pflanze, aber bei verſchiedener Bodenbeſchaffenheit, bald bei einer und derſelben Bodenbeſchaffenheit, aber bei ver⸗ ſchiedenen Pflanzen anwendete, und wenn er dann auf die einander voͤllig entgegengeſetzten Urtheile, welche uͤber die Wirkung eines ſolchen Duͤngmittels gefaͤllt werden, ſtoͤßt, ſo muß er, wenn er vor⸗ urtheilsfrei genug iſt, einen ziemlich klaren Begriff von dem Mangel alles und jeden feſten Stuͤtz⸗ punktes der Agricultur erhalten und einſehen, in welch huͤlfloſem Zuſtande ſich die Herren Oeko⸗ nomen uͤberall da befinden, wo die Erkenntniß des wahren Grundes gewiſſer Erſcheinungen nur mit Huͤlfe der Chemie zu ermoͤglichen iſt. Was der Eine ſehr dringend empfiehlt, und wovon er wahre Wunder erlebt haben will, das hat der Andere ohne allen Nutzen(mit Ruͤckſicht auf die beab⸗ ſichtigten Ernten) und ſogar mit mehr oder weniger großem Schaden(fuͤr ſeine Kaſſe) verſucht, weß⸗ halb er denn ſeine Collegen energiſch vor der An⸗ wendung dieſes Mittels warnt; und ſo umgekehrt. An eine Individualiſirung des jedesmaligen Falles, d. h. an eine Unterſuchung der naͤheren Umſtaͤnde, unter denen ein und daſſelbe Mittel einmal guͤnſtig wirkte und das andere Mal den von ihm gehegten Erwartungen nicht entſprach, iſt dabei in der Mehrzahl der Faͤlle entweder gar nicht gedacht worden, oder wenn dieß geſchah, ſo begnuͤgte man ſich mit nur ſehr unzureichenden Angaben, indem man allenfalls noch mittheilte, ob der Boden trocken oder feucht, leicht oder ſchwer u. dergl. ge⸗