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Der neu erfundene Patent-Dünger des Prof. Dr. Justus Liebig in Gießen / Justus Liebig ; aus dem Englischen übersetzt und mit erläuternden Zusätzen begleitet von Dr. A. Petzholdt
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(Siebente Erläuterung zu S. 29.)

Ich kann mich nicht enthalten, bei dieſer Ge⸗ legenheit einen Fall anzufuͤhren, welchen der be⸗ ruͤhmte Davy in ſeiner bereits vor 40 Jahren erſchienenen Agriculturchemie erzaͤhlt. Denn ob⸗ ſchon dieſer Fall ein hoͤchſt einfacher iſt, ſo eignet er ſich doch vortrefflich als Beitrag zu dem von Liebig Ausgeſprochenen, und gar Mancher, der ihn lieſt, wird im Stillen zugeben, daß Aehnliches ihm ſchon oft paſſirte, ohne daß er jedoch zu ſo rationellen Mitteln griff, als der Lord Dundas in dem nachſtehenden Beiſpiele.

Zu einer Zeit, wo der Gebrauch des Gypſes in England noch ſehr neu war und große Epoche machte, geſchah es, daß auch der Lord Dundas auf zweien ſeiner Guͤter in Yorkſhire den vielempfoh⸗ lenen Gyps zur Duͤngung anwendete; allein ohne allen Erfolg. Anſtatt nun, wie ſo oft geſchah, dieſer unguͤnſtigen Erfahrung zufolge zu behaup⸗ ten, der Gyps ſei ein uͤberhaupt untaugliches Duͤngmittel, ließ der Lord den Boden ſeiner Felder chemiſch unterſuchen, wobei es ſich denn fand, daß derſelbe bereits vorher reichlich mit Gyps verſehen war.

(Achte Erläuterung zu S. 30.)

Wenn Jemand die landwirthſchaftlichen Zeit⸗ ſchriften aller Art, ihr Name ſei, welcher er wolle, hernimmt und ſich einmal die Muͤhe nicht ver drießen laͤßt, nachzuſuchen, zu welch abweichenden Reſultaten man mit einem und demſelben kuͤnſt⸗ lichen Duͤngmittel gelangte, je nachdem man es