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Der neu erfundene Patent-Dünger des Prof. Dr. Justus Liebig in Gießen / Justus Liebig ; aus dem Englischen übersetzt und mit erläuternden Zusätzen begleitet von Dr. A. Petzholdt
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igen Theorie der Landwirthſchaft zum Nachtheile fuͤr die Praxis ſo lange fernzuhalten. Denn indem man in allem Ernſte vermeinte, die guͤnſtige und durch langjaͤhrige praktiſche Erfahrung feſtgeſtellte Wirkung dieſer Koͤrper werde dadurch voͤllig er⸗ klaͤrt, daß man ihnen einenReiz auf die wach⸗ ſenden Pflanzen zuſchrieb, ſo war es ja ganz na⸗ tuͤrlich, daß man ſich nun gar nicht weiter darum kuͤmmerte, zu erforſchen, wie es denn eigentlich zugehe, wenn eine Pflanze gereizt werde. Zudem wußte man ja ſehr genau, was ein Reiz und ein Reizmittel mit Ruͤckſicht auf ein Thier oder auf den Menſchen fuͤr ein Ding ſei, und welche Be⸗ deutung daſſelbe fuͤr das animaliſche Leben beſitze, (die Oekonomie wußte alſo mehr als die Medicin, denn ich kann verſichern, daß in der Mediecin dieſe Sache noch ſehr unklar iſt), man braucht ja nur die an Thieren und Menſchen gemachte Erfahrung auf die Pflanzen uͤberzutragen, und Alles war ohne Weiteres befriedigend abgemacht. Dazu kam noch der Umſtand, daß es von vielen Seiten her ſehr bequem gefunden ward, ſich des AusdruckesReiz⸗ mittel gar oft dann zu bedienen, wenn es galt, die Beantwortung gewiſſer Fragen nach der Urſache dieſer oder jener Erſcheinung in moͤglichſter Kuͤrze von der Hand zu weiſen. Kein Wunder daher, wie ein ſo nichtsſagendes Wort ſehr bald zu großem Anſehen gelangte und von Jeder⸗ mann im Munde gefuͤhrt ward. Was aber Reiz(im Sinne der Herren Oekonomen) ſei, das weiß bis dieſen Augenblick noch Niemand; es