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Der neu erfundene Patent-Dünger des Prof. Dr. Justus Liebig in Gießen / Justus Liebig ; aus dem Englischen übersetzt und mit erläuternden Zusätzen begleitet von Dr. A. Petzholdt
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men jene Beſtandtheile, welche der Boden her⸗ geben mußte, um die Entwickelung moͤglich zu machen; in den Wurzeln, Knollen, Stengeln und Blaͤttern dagegen jene, welche zur Entwickelung dieſer Dinge noͤthig waren. Moͤge nun ein Feld auch noch ſo reich an dieſen Beſtandtheilen ſein, ſo kann doch auf keine Weiſe bezweifelt werden, daß es durch mehre auf einander folgende Cul⸗ turen immer aͤrmer und aͤrmer werden, und daß fuͤr eine jede Pflanze endlich eine Zeit kommen muͤſſe, wo der Boden aufhoͤren wird, dasjenige in hinreichender Menge zu liefern, was doch zu einem vollkommenen Gedeihen dieſer Pflanze noth⸗ wendig iſt. Selbſt wenn von einem Felde viele Jahre hindurch das 25⸗ oder 30fache der Aus⸗ ſaat, z. B. von Weizen, geerntet ward, ſo zeigt doch die Erfahrung, daß ſich der Ertrag all⸗ maͤhlich verringert, bis er endlich ſo gering wird, daß er nicht mehr der Muͤhe der Bebauung des Feldes lohnt; die Pflanze naͤhert ſich wieder ihrem wilden Zuſtande.

Je nach der ungleichen Menge der minerali ſchen Beſtandtheile der Koͤrner, der Knollen, Wurzeln, Samen und Blaͤtter, welche ein Bo⸗ den enthaͤlt, oder je nach dem Verhaͤltniſſe, in welchem dieſe Koͤrper bei der Ernte weggefuͤhrt wurden, kann das Land aufgehoͤrt haben, frucht⸗ bar zu ſein fuͤr Wurzeln und Knollen, obſchon es noch faͤhig iſt, gute Weizenernten zu geben; und auf der anderen Seite kann wieder ein ande⸗ res Land nicht mehr im Stande ſein, Weizen