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Der neu erfundene Patent-Dünger des Prof. Dr. Justus Liebig in Gießen / Justus Liebig ; aus dem Englischen übersetzt und mit erläuternden Zusätzen begleitet von Dr. A. Petzholdt
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41 obſchon in verſchiedener Menge und in verſchiede⸗ nen Verhaͤltniſſen, enthalten ſind. Sie ſind aber insgeſammt mineraliſche Subſtanzen, und da ſie als ſolche durch Feuer nicht zerſtoͤrt werden koͤnnen, ſo bleiben ſie natuͤrlich als Aſche zuruͤck, wenn man die ganzen Pflanzen oder nur Theile der⸗ ſelben einaͤſchert. Einige dieſer Beſtandtheile koͤnnen ſchon von reinem Waſſer aufgeloͤſt wer⸗ den, andere dagegen loͤſen ſich nur in ſolchem Waſſer auf, welchem Kohlenſaͤure beigemengt iſt, wie z. B. im Regenwaſſer; alle aber werden nur im aufgeloͤſten Zuſtande dem Boden von Seiten der Pflanzenwurzeln entzogen. Es iſt bewieſen worden, daß auf einem Felde, in welchem die bei der Einaͤſcherung der Koͤrner oder Samen zu⸗ ruͤckbleibenden Beſtandtheile in nicht zureichender Menge zugegen ſind, kein Weizen, keine Gerſte, keine Erbſen, uͤberhaupt keine jener Pflanzen ge⸗ deihen kann, welche man um ihrer Samen willen baut. Die Pflanzen, welche auf einem ſolchen Felde wachſen, bringen zwar Stengel und Blaͤtter hervor, ja ſie bluͤhen ſogar; allein ſie tragen keine Fruͤchte. Ganz das Naͤmliche hat man aber auch in Betreff der Blaͤtter, Wurzeln, Knollen er⸗ kannt; auch hier iſt das ganz beſtimmte Verhaͤlt⸗ niß zwiſchen der Entwickelung dieſer Dinge und denjenigen mineraliſchen Beſtandtheilen, welche ſie bei ihrer Einaͤſcherung zuruͤcklaſſen, ermittelt worden. Denn wenn z. B. in dem Boden, auf welchem Ruͤben oder Kartoffeln erbaut werden ſollen, die Aſchenbeſtandtheile dieſer Wurzeln und