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Der neu erfundene Patent-Dünger des Prof. Dr. Justus Liebig in Gießen / Justus Liebig ; aus dem Englischen übersetzt und mit erläuternden Zusätzen begleitet von Dr. A. Petzholdt
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Mineral⸗Beſtandtheile entziehen(ſo daß z. B. die Stoffe, welche mit einer Weizenernte von dem Felde entfernt werden, verſchieden ſind von denen, welche mit einer Ernte Ruͤben oder Kar⸗ toffeln ꝛc. ꝛc. dem Boden entfuͤhrt werden), ſo iſt ganz klar, daß man es als eine Stoffver⸗ wuͤſtung anſehen muß, wenn man den Boden ohne Unterſchied duͤngen wollte, d. h. ohne be⸗ ſondere Ruͤckſicht auf die jedesmalige Art der zu erzielenden Ernte zu nehmen, und die Erfindung des Profeſſors Liebig, welche durch ein Patent geſchuͤtzt iſt, hat zunaͤchſt die Abſicht, fuͤr jede verſchiedene Feldfrucht ein verſchiedenes und zwar gerade das am meiſten entſprechende Duͤngemittel kuͤnſtlich darzuſtellen.

Obgleich die Fruchtbarkeit unſerer Felder haupt⸗ ſaͤchlich von den mineraliſchen Beſtandtheilen des Bodens abhaͤngt, ſo darf man doch nicht an⸗ nehmen, daß die ſonſtige Beſchaffenheit des Bo⸗ dens und der anderweitige Zuſtand, in welchem ſich derſelbe befindet, ganz ohne Einfluß ſei. Es wird durchaus nicht behauptet, daß bei dem Ge⸗ brauch dieſer neuen Liebig'ſchen kuͤnſtlichen Duͤng⸗ ungsmittel die mechaniſchen landwirthſchaftlichen Operationen, welche bekanntermaßen zur Stei⸗ gerung der Fruchtbarkeit des Bodens viel mit bei⸗ tragen, entbehrt werden koͤnnen; im Gegentheil, uͤberall, wo man dieſe Operationen auf die beßte und ſorgfaͤltigſte Weiſe durchfuͤhrt, da wird auch die Wirkung der kuͤnſtlichen Duͤngungsmittel am groͤßten ſein, deren Zweck ja einzig und allein 1*