Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
408
 
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funden. Der Inhaber einer jungen Buch⸗ händler⸗Firma lerſt ſeit einem Jahre beſtehend) hatte zu einem Fräulein von ſehr achtbarer Familie ſtille, aber ſehr ſtarke Neigung gefaßt. Als er endlich auf dem Punkte ſteht, ſich ihr zu er klären, ſieht er plözlich einen ihm be kannten Engländer als ſeinen Rivalen auftreten. Es kommt dahin, daß ſich Beide zu einer Wette um den Gegen ſtand ihrer Liebe entſchließen. Dem Eng⸗ länder wird der Preis dieſer Wette. Trübſinnig, wie er war, ſteigert ſich der Zuſtand des jungen Buchhändlers bis zur Verzweiflung. Lezterer wird darauf mehrere Tage vermißt, bis man aus dem Fluſſe einen Leichnam zieht, in dem man den Vermißten leider wieder findet. Es war Paul Baumgärtner, ein Verwandter des alten bekannten Buch händlerhauſes.

Valencia. Hier wurde am 22. Mai durch einige Funken, die in ein Pulverfäßchen bei einem Feuerwerker fie len, eine furchtbare Exploſton verur ſacht. Mehrere Häuſer, ein Theil des Theaters, und die Drukerei des Jour- nals:die Tribune, wurden zerſtört.

Lokal-Zeitung.

Sheatrallſche s. Sonntags kam in der Peſther-Arcna eine neue Hopp'ſche Poſſe: Pelzpalatinl und Kachelofen zur Auffüh rung. Der ominöſe Titel verſprach nicht viel und darin mag es auch liegen, daß die Ge ſchichte, die gerade nicht zu denverwuzel ten gehört, unterhielt und Belfall fand. Geht nur nicht ſauertöpſiſch tritiſch zu Wer te, wenn ihr über eine Areng-Poſſe referirt, wen ſich nur nicht Langwelle mit obligatem Gähnen einſtellt, ſo mag immerhin ein mil des Transeat gelten. Uebrigens ſind mir ſchon viel gebrechlichere Gelſtesprodukte vorgekom⸗ men, als dieſerKachelofen, und manches Birch-Pfeiffer'ſche Drama hat mir armen Re zenſenten wärmer gemacht, als dieſes:Pelz palatinl. Da gibt es Spaß, Drolle rie, leich

ten, gefälligen Humor, man braucht gerade nicht zu errothen, wenn es auf die Lachmus keln abgeſehen iſt, und ſomit Pelzpalatinl fur immer und toujours Kachelofen! Es ge hort in der That zu den theatraliſchen Sel tenheiten, hinter einander 3, ſage drei ziem- lich gelungene Lokalpoſſen zu ſehen ja, jezt ſteht die Welt auf keinen Fall mehr lang! Der geniale Rott war mit ſeiner draſtiſch-wirtſa men Komik wieder eine prächtige Erſcheinung; nicht minder ergözlich war Hr. Gäde. Semper idem.

Die bekannte, in allen Blättern mit vielem Lobe erwähnte athletiſche Künſtlerin Mad. Seraphine Luftmann, die ſich in lezter Zeit in Wien und Preßburg mit ſo vielem Beifalle produzirte, wird nächſtens hier eintreffen und ihre wundervollen Leiſtungen auf der Ofner Bühne zur Schau bringen. Wir erlauben uns hiemit das Publikum auf dieſe Produktionen vorläufig aufmerkſam zu machen, die um ſo mehr Intereſſe gewinnen dürften, da, bei der allgemein anerkannten Kraft und Gewalt des ſchönen oder nach Ne ſtroy des gar andern Geſchlechtes, ein Herku les doch zu den ſeltenen Erſcheinungen gehö ren dürfte. K

Benefiz.(Ofen.) Sonnabend, den 27. d. M., ſindet in der Ofner Arena die Ein nahme des fleißigen Schauspielers und tüch⸗ tigen Regiſſeurs Win diſch ſtatt, der hiezu ein originell zuſammen geſtelltes und großten theils mit neuen Szenen ausgeſtattetes Quod. libet wählte. Bei der Beliebtheit des Beneſi zlanten läßt ſich ein günſtiger Erfolg erwarten.

Benefiz.(Peſther ungar. Theater.) Heute, Mittwoch, wird zum Vortheil des beliebtencundegeſchäzten Schauſpielers Herrn Lendvay zum erſten Male gegeben:

Lignerolles Luiz ale,

Drama in 5 Akten von Dinaux u. Legonvs, überſezt von Emerich Tompa.

Modenbild. Uro. 26. Extra- Modenbild.

Paris, 7. Juni. Neueſte Anz ü⸗

ge für Damen und Herren. Wir liefern dieſe Woche z w ei Mo- denbülder ſtatt eines, denn nächſten Samſtag, den 271, erſcheint noch eines und

zugleich ein Genrebild.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.