Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
396
 
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nen, umſonſt wird er Ihnen den kizlichen Dlenſt nicht leiſten.Wenn Sie nicht ſcherzen, entgegnete Amedée;ich bezahle, was der Bereitwillige ver⸗ langt.Sie ſollen augenbliklich ſehen, ob ich ſcherze. Vei dieſen Wocten klingelte der Conventsdeputirte. Er übergab dem hereintretenden Satelliten des Tribunals ein Papier.Zum ö6dentlichen Ankläger! befahl er. Nachdem der Bote abgegangen, zeigte der Delegirte auf einen Stuhl hinter einem Schreibtiſche:Sezen Sie ſich dorthin; wühlen Sie in den Papieren, ſpielen Sie die Rolle eines Schreibers, und vor Allem ſprechen Sie kein Wort. Linar gehorchte, und eine Viertelſtunde verging, ohne daß zwiſchen beiden eine Sylbe gewechſelt worden wäre.

Endlich wurden draußen Menſchenſtimmen laut. Der Tribunaldiener, hin ter welchem ein zerlumpter Burſche eintrat, überbrachte dem Repräſentanten einen verſiegelten Zettel. Nachdem derſelbe geleſen und der Huiſſier zu den Na tionalgardiſten, die ihn mit aufgepflanztem Vajonet vor der Thüre erwarteten, zurükgegangen war, fragte der Nepräſentant den Zerlumpten mit gedämpfter Stimme:Mathurin Griſot, nicht wahr?Ja, Bürger.Du biſt als Vagabund ohne Papier aufgegriffen worden?Ja, Bürger.Du behaupteſt, von Avranches gebürtig, auf einer Reiſe in den Weſten begriffen zu ſein und deinen Paß und die Sicherheitskarte verloren zu haben?Sie ſind mir wahrſcheinlich geſtohlen worden, Bürger Repräſentant.So wird man dir endlich glauben und dich frei laſſen müſſen?Ich denk's, Bürger. Das geht jedoch nicht ſo geſchwind.Der Ankläger hat mir's geſagt. Du könnteſt indeſſen deine Gefangenſchaft gut anwenden und Geld dabei ver dienen.Der Ankläger hat mir's geſagt.Die erſte Bedingung iſt, zu ſchweigen.!Ich weiß ſchon.Ferner, dich vierzehn Tage lang Marquis ſchelten zu laſſen.Acht Tage lang; nicht eine Stunde länger. Der Fragende ſah den Marquis an, der bittenden Bliks den Kopf ſchüttelte. Vierzehn Tage, dächte ich, fuhr der Repräſentant fort.Nicht eine Minute langer als acht Tage, erwiderte Griſot feſt.Zwölf Livres täglich als Azungs koſten und zweitauſend Livres beim Austritt aus dem Gefängniſſe. Linar nikte jezt achſelzukend dem neuerdings aufſchauenden Deputirten zu, und dieſer ſagte:Es ſei. Du machſt ein großes Olük mit wenig Arbeit.Sm, es fragt ſich noch, verſezte Griſot, in deſſen Zügen eine gewiſſe peinliche Verle genheit nicht zu verkennen war;wird der Ariſtokrat zur rechten Zeit zurük kommen? Wer ſteht mir für das Geld?Ich, antwortete trozig der Re präſentant;du haſt hiemit mein Wort, daß du frei wirſt, ſobald dein Namens vetter deine Stelle einzunehmen kommt.Wenn er aber nicht käme? Er kommt gewiß, fuhr der Deputirte ſeinen Mann um ſo grimmiger an, als Linar mit einer Geberde des Unwillens den Zweifel ſeines zerlumpten Stell⸗ vertreters beantwortete.Wenn du aber nur mit einem Hauche das Geringſte von dem verräthſt, was ich dir eben geſagt, ſo laſſe ich dich als einen Verdäch tigen im Gefängniſſe verfaulen!(Fortſezung folgt.)

Auflöſung des Logogriphs in Nro. 47: Peterwardein.

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