Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
384
 
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Lokal-Zeitung. Ernſt's fünftes Konzert.

Paganini k est mort, vive Paganini! Er iſt hinübergeſchleden der große Melſter, der Schöpfer einer neuen Aera des bezaubernden Saiteninſtrumentes, er iſt hinübergeſchleden in jene; Gefilde, wo ſich alle Harmonien nur in ſüß ſchmeichelnde Jubelmelodien auflöſen, wo die Klagetöne verſtummen und von wo einſt der Poſaunenſtoß des Cherubs mit dem Flammenſchwerte Leben in alle ſchon vermo derten Leichname bringen wird. Doch wie im Wechſel der Zeit ſich Alles wleder erſezt, ſo iſt auch uns ein neuer Paganini, ein wür⸗ diger Rivale des verſtorbenen Kunſtherden, in dem Virtuoſen Son ſt erſtanden dies wurde auch klar, als Hr. Sunſt in ſeinem fünften Konzerte eine Piece von Paganini auf der 6-Saite mit unbeſchreiblicher Grazie u. dem lieblichſten Ausdruke vortrug, nämlich die Preghiiera aus Roſſini'sMose. Die Fan- tasie dramatique, ſo wie der bereits allge⸗ mein bekannte und beliebteCarneval in Ve nedig erregten gleich ſtürmiſchen Enthuſias mus, lezterer mußte unter lärmendem 12 K jen-Rufe wiederholt werden. Zwiſchenpiecen waren: Arie aus denPuritanern, von Herrn Bianchi vorgetragen und der Sol⸗ datenchor aus denGhibellinen. Die effekt⸗ volle Tell-Ouverture wurde unter Schindel meiſſers Leitung mit lobenswerther Präziſion exetutirt. Das Haus war voll. 8. 3

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Theatraliſches. Delle. Lutzer ſang im weitern Verlaufe ihrer Gaſtſpiele auch die Iſabella in dem 2. Akte von Meyerbeers: Ghibellinen. Die große Arie mit Chor gab der Künſtlerin Gelegenheit, ihre Bravour im glänzendſten Lichte zu entfalten, eben ſo lleb lich ſang ſie das Duett mit Raul(Hr. Heim) und die Stelle:ja, jezt ihn zu ſehen! wurde ſtürmiſch zur Wiederholung verlangt. Hierauf folgte der 2. Akt, derNachtwand lerin, wo das auf Effekt berechnete mi ab- braceia! wieder ſeine volle Wirkſamkeit be⸗ währte. S. 1.

Am 11. ſang noch Delle. Luer, im laufenden Abonnement, die Iſa⸗ bella, im zweiten Akte derGhibellinen, und die Madelaine, im dritten Akte desPo ſtillons, und am 12. beſchloß die gefeierte

Sängerln den Cyklus ihrer intereſſanken Rol len, ſo wie ſie denſelben begonnen, mit ihrer beſten Parthle, der Adina imLie- bestrank.

Herr Wurda wird künftige Woche ſeine Gaſtrollen auf der peſther Bühne, wie es heißt, mit dem Sever beginnen, wobei auch unſere neu engagirte Primadonna Delle. Vial, tkönigl. baieriſche Hofſängerin, als Norma debutiren ſoll.

Benefiz.(Ofen.) Heute ſindet die bereits erwähnte Einnahme des fleißigen und verdienſtvollen Schauſpielers Hrn. Kurt in der Arena Statt, wozu er ſich ein viel ver ſprechendes Stüt ſelbſt bearbeitet hat.

Ernſt's ſechſtes Konzert findet heute, Sonnabend, im Peſther deut- ſchen Theater ſtatt. Dieſe einfache Anzeige möge genügen, um Alles, was für Muſik nur irgend empfänglich iſt, zu vereinen.

Oeffentliche Dankbezeugung. (Amtlich eingeſandt.)

Wir Bürgermeiſter, Stadtrichter und the der k. freſen, Haupiſtadt Ofen, einverſtän⸗ dig mit der erwählten Bürgerſchaft, beurkun⸗ den hiemit: daß Wir, zur Anerkennung und Würdigung jenes Verdienſtez, welches ſi Fräul. Jenny Lutzer, k. k. Hofopeen⸗ u. Kammerſängerin, um dieſe Stadt hiedurch erwarb, daß ſelbe in dem, am Pingſtſonn⸗ tage d. J. zur Unterſtüzung der zu Baja durch Brand verunglütten Einwohner gegebenen muſikaliſchen Akademie mit ihrer vorzügli⸗ chen Kunſtleiſtung witwirkte, demnach durch ihr allgemein gevrieſenes Muſiktalent das zum edeln und wohlthätigen Zweke beſtimmte Er- trägniß bedeutend erhöhte uns verpflichtet fühlen, der gedachten Fräul. Jenny Lu- her für dleſe bereitwillige und hochherzige Handlung, für dieſe edle und menſchenfreund⸗ liche That unſern innigſten und verbindlichſten Dank mit der geben, Mauern dieſer Hauptſtadt, ſondern ſelbſt in Pannoniens weiten Räumen nie erloſchen wird. Aus der Rathsſizung Ofen, am 12. Juni 1840.

L. S. Franz Oeffner m. p., Bürgermeiſter. 1

Anton Alker m. p., Obernotär.

Modenbild. Uro. 24. Paris, 1. Juni. 1. Hut von Atlas. Kleid v. Pou de Soie. 2. Gebauſchte Ka

pote. Kleid von geſtreiftem Levantin.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.

Verſicherung zu erkennen zu daß dieſes Denkmal nicht nur in den