Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
360
 
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Wirthſchafterin an, und verſicherte ſie brieflich, ihre Geduld ſei unerſchöpflich, ihr Charakter unermüdlich, ihre Wach ſamkeit unwandelbar, ihre Gefälligkeit gränzenlos, ihre Geſchiklichkeit unbe ſchreiblich, ihre Reinlichkeit unübertreff lich und ihre Redlichkeit unvergleichbar. Von ihrer Ruhmredigkeit vergaß ſie zu ſchreiben.Aller Anfang iſt ſchwer, ſagte ein Vagabund, und ſtahl richtig zu allem Anfang einen Ambos. Zu dem Buchdrukerfeſt und Schmaus in Leipzig will man die Schriftſteller und Journaliſten nicht zulaſſen. Noch nach dem vierhundertjährigen Jubiläum der Buchdrukerkunſt ſoll die Literatur hun gern. Von Wien iſt ein griechiſcher Geiſtlicher, Hr. von Meglitzky, nach Darmſtadt abgegangen, um die Prin zeſſin Marie in der griechiſchen Reli gion zu unterrichten. Bei Stuttgart waren am 10. Mai blühende Trauben zu ſehen. Madame Jaffé, die be rühmte Schreiblehrerin, wird jezt auf Koſten ihrer Schüler gemalt und litho graphirt; ſie hat Eleven aus allen Ständen und bildet Leute, die entwe der gar nicht ſchreiben können, oder es ſchon wieder verlernt haben, in höchſtens 20 Stunden zu wahren Kalligraphen heran. Indeſſen iſt auch das dafüe ver langte Honorar dieſer halben Zauberei angemeſſen, denn es beträgt 30 fl. C. M. In der Leipz. allg. Zeit. lieſt man fol gende Erklärung:Wir fühlen uns veranlaßt, zu erklären, daß wie an dem von den Herren Gubin, Nuge u. Ech termeyer beſorgten Muſenalmanache ſehr unſchuldig ſind. Die neun Muſen. Herr Moriz Rott, der eben ſeine Gaſtrollen in Peſth beendigte, beginnt am 8. d. M. im k. k. Hofburgtheater zu Wien als Hamlet ſeine Gaſtrollen. Die Sängerin Dem. Kundt aus Peſth iſt in Frankfurt a. M. mit 1200 fl. Gehalt engagirt. 5

Lokal-Zeitung.

Drittes Konzert des Her en Srnſt. 1. Mozarts herrliche Ouverture zu Figaros Hochzeit wurde mit lobenswerther Präziſion exetutirt. 2. Grande Fantasie dra- matique. Eine originelle Kompoſition mit nie dageweſenen Schwierigkelten von dem Virtuoſen mit wahrer Genialität vorgetragen. 3.Des

Nachbars Nachtigall, ein gemüthliches Soi reeliedchen von Preyer, ſang Herr Steiner recht gefühlvoll. 4. Noch einmal horten wir je ne ſchwermüthig rührende Elegie mit den zum Herzen ſprechenden Klagetönen, in welchen Hr. Ernſt im ſchwellenden Cantabile als un- übertroffener Meiſter da ſteht. Das De crescendo und dann das folgende Wleder-Er wachen der einfachen Gefuühlsmelodie bedingt ſtets die erwünſchte Wirkſamkeit. 5. Von Dem. Rauch hörten wir die große Arie aus Mozart's:Don Juan, ſie ſang dieſe ſchwie rige, anſtrengende Piece mit richtigem Aus druke. 6. Hr. Eunſt entzuͤkte durch den Vor trag eigener Varkationen über ein Thema aus Bellini'sPiraten. Alle jene muſikaliſchen Floretten, die ſonſt gewöhnlich zur Ausſchmü tung einzelner Variationen benüzt werden, weiß der Künſtler in ſo gefällige Harmonie zu verſchmelzen, daß er den wunderbarſten Eindrut hervorbringt. Er wurde vielmals gerufen, mit einem Kranze beehrt und ent, ſprach dem allgemeinen Wunſche, noch einmal jenen netiſch-bizarrenKarneval in Venedig zu ſpielen, mit liebenswürdiger Bereitwil⸗ ligteit. unerhörter, jubelnder Beifall lohnte den großen Künſtler. 9. 1.

Literariſches. Prof. Läner in Erlau hat ein neues Lehrbuch über das allge meine Voͤlterrecht herausgegeben, wel ches eine, für juridiſche Leſer in jeder Rük ſicht bemerkenswerthe Erſchelnung iſt.

H. W. Ernſt.

Als höchſt willkommene Nachricht für alle Muſikfreunde u. die zahlreichen Verehrer des hochgefeierten Vlolinvirtuoſen H. W. Er nſt zeigen wir an, daß derſelbe, auf h ö ch ſt e Aufforderung, künftigen Donnerſtag, den 4. Juni, noch ein Konzert im Peſther deutſchen Theater, bei zur Hälfte erhöhten Preiſen geben wird.

Benefiz.(Ofen.) Zur Einnahme der hler gaſtirenden Schauſpielerin Dem. Grimm, wird Donnerſtag, den 4. Mal, Vogels effet reiches Schauſplel: HChelſthne v. Schwe⸗ den gegeben. Die glükllche Wahl der ſchäz⸗ baren Beneſiziantin verdient Anerkennung.

Herausgeber und Ve

rleger Franz Wieſen.