Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
300
 
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B.Nein, aber ich diente unter Ihnen in der Schlacht von, und als Sie ſich aus dem Staube machten, folgte ich Ihrem Beiſpiel und erhielt

dadurch mein Leben.

5.Unſer Gutsherr will nur ener Bestes nen Bauern, worauf Einer derſelben erwiderte:

nicht hergeben.

ſagte ein Amtmann ſei Freilich! wir wollen's aber

6. Dorfwirth und VBäker.

D. W.(kKlagend.) der Stadt ſchiken.

Wenn ich gutes Brod haben will, ſo muß ich nach

B.Ich desgleichen, wenn ich guten Wein haben will.

Theater.

Peſt h.(Saul, Tragödie in 5 Akten von Carl Beck.) Es iſt dies die erſte dramatiſche Arbeit des ge⸗ nialen Dichterjünglings, der durch ſeine gepanzerten Lieder, durch ſeinenfah renden Poeten die Aufmerkſamkeit von ganz Deutſchland auf ſich gezogen hat te, ohne einen andern Empfehlungsbrief mitzubringen, als ſeine hoch aufflam mende, ſich kräftig mit orientaliſcher Glut emporſchwingende Fantaſſe. Schön, ja herrlich iſt dieſe Tragödie geſchrieben, eine blühende jugendlich friſche Sprache, reich an Bildern, die durch den ge⸗ ſchmakvollen Rahmen beſtriken, wenn ſie auch nicht immer durch Neuheit überra ſchen ausgezeichnet iſt die ganze In ſzenirung, das geregelte Fortſchreiten der Handlung, mit ſicherer Hand ſind die Charaktere hingeſtellt, ein romanti ſcher Nebel hauch umgibt das ganze Ge mälde, durch welchen die Geiſtesſtrah⸗ len, die Gedankenblize nur noch glän zender durchleuchten, aber Saul, Saul, der König mit dem zerriſſenen Herzen, mit dem ewig nagenden Ge wiſſensſkorpion, der von den Furien der Ehrſucht, des Stolzes und Eigennuzes gepeitſchte Oreſtes, Saul, der ſtarke

Anſichten. Urtheile. Begebniſſe.

König mit dem ewigen Zagen, mit der peinigenden Furcht in der Bruſt, kann nicht der Held einer Tragödie ſein. re Saul erſt im 5. Akte das geworden, als was er ſchon im 1. Akte vor uns erſcheint, wir könnten ihn als gefalle nen Helden bedauer n; der ſchon im Beginne ſinkende u. ſich nicht mehr em porraffende, mit ſich ſelbſt Zerfallene, kann kaum unſer Mitleid, noch we⸗ niger unſere Theilnahme gewin⸗ nen. So viel über die Hauptperſon des Dramas, deſſen eigentlicher Held Da⸗ vid iſt; der zarte Hirtenknabe mit Harfe und Schleuder, der auch vom Dichter mit beſonderer Vorliebe behan delt, die lieblichſte Erſcheinung bleibt. Warum aber muß dieſe Rolle ſich in weiblichen Händen befinden? Moab iſt Sauls böſer Genius perſonifizirt, eine Act Mephiſto im Kleinen, ſo wie Zanga in Grillparzers:Traum ein Leben. Me rob iſt ein ſanftes Verſöhnungsbild, das das Grelle mitunter mildern ſoll. Jonathan bleibt, im Verhältniſſe zu den übrigen mit ſo reichen Farben geſchmük⸗ ten Charakteren, eine matte Crayon Zeichnung, die hier einen höchſt mittel mäßigen Repräſentanten fand. Die Tod tenbeſchwörerin von Endor bildet eine echt poetiſch⸗fantaſtiſche Epiſode im Sin