Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
265
 
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Der Spiegel

für Kunſt, Eleganz und Ao de.

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Dreizehnter Jahrgaug.

Halbjähriger Preis a fl., mit Poſtverſendung 5 fl. Auf Vellnpapier mit erſten Kupferabdrüken 5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M. Man pränumerirt im Kommiſſionsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. beb allen t. k. Poſtämtern.

34. Sonnabend, 25. April. 1840.

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(Fortſezung.)

Die Dame hatte ihm nicht geantwortet, denn die Dajazet war gerade auf der Bühne beſchäftiget, von welcher man mit Lear ſagen konnte:Jeder Zoll, eine komiſche Idee, und hatte ihre ganze Aufmerkſamkeit in Anſpruch genommen. Als der Vorhang gefallen, und ſie ſich zu Alfreden wendete, be merkte ſie, daß er von der Bühne abgewandt da ſaß, vermutlich um den Kouſin, der noch in der Szene ſtand, nicht zu ſehen.Alfred! ſagte die Geliebte in ſanftem Tone, und legte ihre ſchöne Hand auf die Schulter des Träumers,Sie ſind ungerecht, Sie zürnen auf den armen Hubert, und vergelten ihm ſeinen Ritterdienſt mit ſchlechtem Dank. Bedenken Sie nur, daß Ihnen ſeine Galan terie meine Gegenwart verſchafft.Sollte nicht die weibliche Neugierde, den berühmten Thierbändiger zu ſchauen, den größten Antheil daran haben? fragte etwas ſpöttiſch der junge Mann.Allerdings, erwiderte die durch das unartige Benehmen des Geliebten gereizte Schöne,ich wollte von ihm die Kunſt lernen, die unbändigſte aller Beſtien, die Eiferſucht, zu zähmen.