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Der Spiegel
für Run ſt, Eleganz und Mode.
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Dreizehnter Jahrgang. Halbjähriger Preis à fl., mit Poſtverſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrüken
5 fl. u. poſtfrel 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im Kommiſſionsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. bel allen k.k. Poſtämtern.
1. Mittwoch, 15. April. 1840.
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Lebensweiſe Ludwig Philipps, König der Franzoſen.
Der König läßt ſich ſehr früh Morgens weken. So wie er aufgeſtanden iſt, geht er an die laufenden Geſchäfte, lieſt diplomatiſche Depeſchen, die gehei— men und vertraulichen Berichte der verſchiedenen Geſandten, ſieht ſich flüchtig an, was auf die innere Verwaltung Bezügliches vorliegt, und frühſtükt erſt um eilf Uhr Morgens; ſeine Mäßigkeit iſt wirklich ſelten, ſeit zwanzig Jahren ge— nießt er Morgen für Morgen ein kleines Brod, und dazu einen Trunk Bier.
Nach dem Frühſtük arbeitet der König mit den Miniſtern, empfängt ſie aber lieber einzeln, als im Kabinetsrath verſammelt; nimmt Beſuche an, plaudert mit den Beſuchern, und ſcheint ſehr erfreut, wenn ſeinen Gäſten, nachdem er in der Unterhaltung über Gegenſtände der verſchiedenſten Art, über induſtrielle Fra— gen, über Handelsangelegenheiten, über Architektur, über Fabrikbetrieb eine nicht gewöhnliche Bekanntſchaft mit der Technik der einzelnen Künſte und Ge— werbe an den Tag gelegt hat, ein Ausdruk des Staunens entſchlüpft.
Gegen drei Uhr läßt Louis Philipp Niemand mehr vor, dann durchfliegt er die Blätter, notirt ſich Manches daraus, und ſaßt mitunter ſeine Vemerkun—


