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worauf eine Dame erwiderte, daß dies ſich unmöglich mit unſern jezigen Mo— den vereinbaren ließe. Eine andere woll— te aus zuverläſſiger Quelle wiſſen, daß dieſe Sängerin nicht den mindeſten Zwang dulden könne, da ſonſt ihre Stimme ſehr darunter leiden würde. Zufällig waren wir im Stande dieſes Problem zu löſen. Stolz darauf, etwas mehr als Andere zu wiſſen, nahmen wir das Wort und entſchieden mit der Erklärung die Frage, daß die Künſtle— rin ein Korſet von Hrn. Joſſelin(rue de la Paix, Nro. 13) trage, welche Korſets nur allein fähig ſind, die Taille mit Zartheit zu behandeln und ſie zu eignen, ohne alle Beſchwerde das Joch der Mode zu tragen.“
Berlin. Im Berliner Intelli⸗ genzblatte wird durch einen Drukfehler eine neue Wade n-Fabrik, ſtatt Wat— ten⸗ Fabrik, empfohlen. Läuft beina⸗ he auf Eins hinaus.
Rheims. Niemand ſollte das Un— bedeutendſte wegwerfen oder wegſchüt— ten, ohne darüber nachzudenken, ob es nicht noch zu verwenden wäre. Früher hatten die Tuchfabriken in Rheims ih— re fetten Abwaſſer weggeſchüttet. Herr Houzceou kam am auf ein einfaches Ver— fahren, das darin enthaltene Oel aus zu⸗ ziehen und zur Gasproduktion zu ver— wenden. Jezt werden alle Fabriken u. die ganze Stadt mit dem daraus ge— wonnenen Gas beleuchtet, und man ſchäzt den dadurch erhaltenen Werth auf 300,000 Frks. jährlich.
Danzig. Man ſchreibt aus Gol— dapp:„Der Feuerkobold hat wieder zu zweien Malen hier geſpukt. Er ſcheint's jezt hauptſächlich auf geiſtige Gegen— ſtände abgeſehen zu haben; denn ein Mal vernichtete er eine Quantität Spi⸗ ritus, und ſodann eine Bibliothek, die leztere— recht ironiſch, wie es ſcheint — durch die Hand eines unvorſichtigen Kindes. Zwei mächtige Hebel menſchli—
cher Leidenſchaft und Intelligenz gingen ſomit durch ihn zu Grunde.“
Etwas von Allem. Liszt, der gegenwärtig in Dresden Konzerte gibt, geht von dort nach Leipzig, und dann nach Frankfurt.— Die bekannte Dichterin Gräfin v. Hahn hat ſich in Berlin von Diefenbach, wegen eines ſchie— lenden Auges, operiren laſſen.— In Mann heim wird nächſtens die Gasbeleuch⸗ tung eingeführt werden.— Der Ele— phant Baba iſt jezt in Wien. Da ihm aber nicht geſtattet iſt im Theater Ko— mödie zu ſpielen, ſo dürfte auch ſein Auftreten nicht ſo viel Gepolter wie anderwärts erregen.— In Frankfurt gaſtirt jezt Hr. Moriz von Stuttgart. — Der Wiener„Zuſchauer“ kündigt an, daß er vom erſten Quartal 1839 ſeiner Zeitſchrift gut erhaltene Exem— blare um den Anſchaffungspreis zurükkaufe. Sehr ehrenwerth!“— Ein engliſches Blatt nimmt die Sän— gerin Miß Delcy gegen die Anklage hochkirchlicher Blätter, als habe ſie in katholiſchen Kirchen geſungen, in Schuz, indem es behauptet, ſie habe immer nur im Drurylane-Theater ge⸗ ſungen.— Die Anzeige, daß Lord Brougham„Gedichte“ herausgibt, wird für einen ſchlechten Spaß erklärt. Viele Gedichte ſind indeſſen wohl nichts anderes als ſchlechte Späße.— Im Theater an der Wien hat eine neue Poſſe o. Kaiſer:„Dienſtbotenordnung, oder: Schatulle und Uhr“, außeror⸗ dentlich gefallen.— S. Majeſtät der Kaiſer haben zu erlauben geruht, daß Saphir ſeine Akademie und humoriſti- ſche Vorleſung im Burgtheater halte. — Die Hinterlaſſenſchaft des zu Baden⸗ Baden verſtorbenen Generals Guillemi⸗ not beträgt 5 Millionen Franks.— Das Herzogthum Naſſau iſt vielleicht das einzige Land in der ganzen civili—
ſirten Welt, in dem kein einziges Jour⸗


