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Der Spiegel
für Nunſt, Eleganz und Mode.
Dreizehnter Jahrgaug. Halbjähriger Preis à fl., mit Poſtverſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrüken
5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im Kommiſſlonsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. beu allen k.k. Poſtämtern.
27. Mittwoch, 1. April. 1840. — 28—.—
Eine Liebesfrage. (Nach M. Giovanni Boccaccio.)
Unter die intereſſanteſten Gebilde, welche uns der erſte Proſaiker der heſpe⸗ riſchen Halbinſel hinterlaſſen, und zugleich unter die— merkwürdigſten Erſcheinun— gen der romantiſchen Poeſie überhaupt, gehört unſtreitig Voccaccia's Roman: „II Filocopo“e, den viele Kenner der Literatur, und nicht mit Unrecht, als echten Prototyp dieſes Genres anerkannt haben. Daß wir, troz der Ueberſe— zungswuth unſerer Zeiten, noch keine Ueberſezung deſſelben erhalten haben, daran möchte wohl zum Theile die kalte Aufnahme Schuld ſein, welche die vor⸗ treffliche Ueberſezung ſeiner„Fiametta““ von Sophie Brentano bei der deut ſchen Leſewelt fand, vielleicht auch der Umſtand, daß es viel leichter iſt, ein Vaude⸗ ville von Mellesville und Brazier, oder ein Opern-Libretto von Felice Romank
zu überſezen, als Voccaccio's kunſtreiche Proſa.
J Der Held des obenerwähnten Romans gelangt im Laufe deſſelben nach manigfaltigen Abenteuern und Fährlichkeiten an einen Liebeshof, wo ihm die
Königin den Auftrag ertheilt, auch eine Liebesfrage an die verſammelten Ritter und Damen zu ſtellen.—„Erlauchte Frau,“ entgegnete Filocopo, ſich


