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ſtehlicher Gewalt Jung u. Alt in ih⸗ ren Zauberkreis. So dauerte es über ſechs Wochen: jede brachte uns zwei, meiſt ſehr ſtark beſuchte Nobelbälle, u. auch die unteren Valksklaſ⸗ ſen konnten ſich für wenig Geld an gewiſſen Tagen bei Muſik u. Tanz höchlich erluſtigen. Beifällig ward es von Vie— len aufgenommen, daß es bei den Un— terhaltungen der Lezteren recht ruhig, ſtill und anſtändiger zuging, als dies gewöhnlich an anderen Orten der Fall iſt.— Was aber die Nobelbälle anbe⸗ trifft, ſo ließen Lokal, Anordnung, Bewirthung, Muſik, Beleuchtung und Verzierung der Säle faſt nichts zu wün— ſchen übrig. Hauptſächlich können wir daſſelbe von den, jeden Mittwoch im Schwanenſaal abgehaltenen Bällen mit Fug und Recht behaupten. Dort ver— ſammelten ſich auch alle Honoratioren unſerer Stadt ſammt dem höheren und niederen Adel der Umgegend. Tänzer und Tänzerinen erſchienen in der ele⸗ ganteſten Toilette, u. der Fremde wur— de überraſcht durch die Menge hübſcher, ſchöner Dämchen. Kein Wunder alſo, daß unſere Tänzer, ſobald die treffli— chen Bergknappen einen Strauß'ſchen oder Lanner'ſchen Walzer zu ſpielen an— gefangen hatten, eilten, ſich mit reizen— den Schönen in— freilich etwas zu raſchem Takte— durch die weiten Räu⸗ me des Saales fortzubewegen.— Die Nobelbälle im neuen Theatergebäude waren ſtets zahlreich beſucht und ge— währten durch die bunte Manigfaltig— keit der auf denſelben ſich einfindenden Masken einen, ganz das Gepräge des Karnevals tragenden Anblik. Auch konn⸗ te man nicht leicht etwas Hübſcheres u. Unterhaltenderes finden, als von den ſchön erleuchteten und mit Spieltiſchen verſehenen Logen herab das Treiben u. Tanzen der Geſellſchaft zu betrachten. Unſere Theatermuſik behauptete bei die— ſen Bällen ihren wohlverdienten Ruhm;
das Buffet war ungleich beſſer geran— girt, als im Schwanenſaal.— Nicht übergehen dürfen wir einen, von den hieſigen Juriſten veranſtalteten, glän— zenden Ball, zu dem ſie, ſehr human und beſorgt, aus der Nähe und Ferne beinahe 1000 Perſonen eingeladen und für deſſen brillantes Arrangement ſie alles Erſinnliche gethan hatten. Mit mir ſprechen gewiß zugleich Alle, welche dieſem Feſte beiwohnten, ihren Dank für daſſelbe und zugleich den Wunſch aus, daß es ſich alljährlich wiederholen möge.— Zwei Privatbälle, welche der Herr von Czindery in ſeinem Hauſe gab, vereinigten den höheren Theil der Geſellſchaft, und der leztere derſelben beſchloß auf freudige und glänzende Weiſe den heurigen Faſching.— Ueber unſere zwei Theater nur noch eini— ge Worte. Unſer deutſches Theater, deſſen Perſonale theilweiſe verändert, im Ganzen aber durch Einſicht u. Thä— tigkeit verbeſſert wurde, brachte uns mehrere neue Stüke, die meiſt recht gut gegeben wurden. Unter den Opern fand die mehrmals wiederholte„Nor— ma“ großen Beifall und verſchaffte der Direktion ſtets ein volles Haus. Die Direktion, welche überhaupt keine Mü— he und Koſten ſcheut, hat für die Aus— ſtattung dieſer Oper Alles gethan und ſelbſt die vortreffliche Regimentsmuſik von Schwarzenberg-Uhlanen aus Pees⸗ vär nach Fünfkirchen mit großen Koſten kommen laſſen, nur um der Norma ei— ne beifällige Aufnahme zu bereiten.— Vom ungariſchen Theater bemerken wir, daß es ſich ſtets einer großen Theilnah—⸗ me zu erfreuen hat. In der lezten Zeit gab die auszeichnete Künſtlerin Mad. Lendvay aus Peſth mehrere Gaſtrollen und entzükte Alles durch ihr meiſter⸗ haftes Spiel. Des halb überhäufte man ſie auch mit Auszeichnungen aller Art und ihr Nachhauſefahren vom Theater glich jedesmal einem Triumphzug!! Eh⸗


