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er Spiegel
für Runſt, Eleganz und Mo de.
Dreizehuter Jahrgang.
Halbjähriger Preis a fl., mit Poſtverſendung 5 fl. Auf Velinpapier niit erſten Kupferabdrüken 5 fl. u. poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumerlrt im Kommiſſtonsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des. Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. bei allen k.k. Poſtämtern.
23. Mittwoch, 18. März. 1840.
In zwanzig Jahren.
(Beſchluß.)
Anna ſchwieg einige Augenblike, vom Gefühl überwaͤltigt, und fuhr dann bewegt fort:„Ja ſie liebte unendlich, und wie ſtolz, wie dankbar machte ſie ſeine Liebe, es war ihr, als wäre ein Fluch von ihrem Haupte genommen, als hätte ſie früher nur halb geliebt; wie ſchön war ihr die Welt, das Leben, ſie ver— gaß jedes Hinderniß, nicht unerreichbar ſchien ihr das Ziel ihrer Wünſche, ihre Liebe war ja unendlich.— Noch hatte ſie dem Geliebten ihre Liebe nicht geſtan— den, denn ſie wollte nicht Hoffnung geben, ſo lange ſie nicht gewiß war, ſie auch erfüllen zu können.— Indeſſen hatte der Edelmann beſchloſſen, die Nichte zur Erbin einzuſezen, und ſo lange er noch lebte, das alte Schloß ſeiner Ah— nen zurichten zu laſſen, damit ſie einſt dort ihre Wohnung nehmen könne. Ei— nes Morgens fuhr der Alte mit ihr auf's Schloß, war ſehr gnädig und ſprach mit ihr von ſeinen Plänen.„Hier wirſt du wohnen, als Burgfrau herrſchen, dein bleibt Alles, was ich mein nenne.“ Selige Hoffnungen, liebliche Träume umgaukelten das Mädchen, und gewiß, glaubte ſie, hat mein guter Onkel mein Herz errathen, o wie glüklich werde ich ſein!— Hier angekommen, beſtieg der


