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ren in dem Hoſpitale zu Lille ſtarb. Kaum hatte er ſeinen lezten Seufzer ausgehaucht, ſo kamen ſeine Erben zu dem Hoſpitalarzte und erzählten die— ſem, der Verſtorbene habe einmal wäh— rend des Krieges in Hannover ein Sechs— frankenſtük verſchlukt. Man öffnete dar— auf den Leib des Invaliden und fand wirklich am Eingange der Gedärme das geſuchte Geldſtük eingeklemmt. Die Ver— wandten nahmen es in Empfang u. ent⸗ fernten ſich zufrieden damit, denn es war die einzige Hinterlaſſenſchaft des alten Soldaten. Der Arzt, der dieſe Erbſchaft liquid machte, lebt noch.
Köhn. Auf einem hieſigen Kirch— hofe liegt ein Schauſpieler, Namens Kölbel, aus Wien, begraben. Derſelbe hat ſich in ſeiner lezten Stunde ſelbſt folgende originelle Grabſchrift geſchrie— ben:„Ich ging zum Theater, Ihr ließet mich gehen; ich ſeze mein Glük auf Euern Beifall, Ihr ließt mich ſizen. Ich legte mich aus Gram in's Grab— laßt mich nun ie gen,
Wiener⸗Neuſtadt. Hr. Döb⸗ ler gab im hieſigen Theater in drei Tagen vier Vorſtellungen, am 28. und 29. Febr., dann am 1. März(am lez— terem Tage um 4 Uhr Nachmittags u. 7 Uhr Abends) bei faſt unerhört erhöh— ten Preiſen und ſtets vollen Häuſern. So groß iſt die Zauberkraft des Ru— fes, daß alle Logen und Sperrſize für die vier Produktionen vergriffen waren, ehe Döbler noch angekommen.
gungen und wiederholtem Hervorrufen be— lohnt wurde.— Dem. Carl iſt als Norma immer neu, immer friſch, ſtets gewahren wir neue und vortreffliche Schönheiten in dieſer meiſterlichen Leiſtung, und dieſe Künſtlerin tragt hauptſächlich dazu bei, daß uns der un— zählige Mal wiederholte Genuß dieſer genka— len Schöpfung nicht überſättigt, und daß ſie immer ihre Anziehungskraft behauptet.— Herr Leithner ſingt den Oroviſt ſehe ver⸗— dlenſtlich.
— Dem Vernehmen nach wird Demoif. Bothe, k. t. ruſſiſche Hofſängerin, noch ein— Mal auf unſerer Bühne erſcheinen, u. zwar in einer ihrer Stimmlage entſpechenderen Parthie.
— Hum Vortheil des Penſionsfondes der ſtädtiſchen Beamten zu Ofen, wird am 16. d. M., im dortigen Theater zum Erſtenmale Holbeins treffliches Luſtſplel:„der Doppel— gänger“ gegeben. Wie wie hören, wird viel Fleiß auf die Ausführung dieſes ſehr gelun— genen und äußerſt unterhaltenden Luſtſpiels von Seite der Direktion verwendet, und es läßt ſich daher ein höchſt vergnügter Theater- abend erwarten.
— Der beliebte Schauſpieler Hr. Eich⸗ wald in Ofen, der, mit urlaub von der Di' rektion, in Fünftirchen mit großem Beifalle gaſtirte, iſt bereits wieder in Ofen, was dem Gerüchte, als bätte er ſich heimlich entfernt, am Beſten widerſpricht.
— Doöb ber wird hier ſtündlich erwar⸗ tet, er ſpielt im ungar. Theater.
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Herr Johann Borzaga, Mitglied der k. k. Hofkapelle in Wien, einer der ausgezeichneteſten Virtuoſen der Reſidenz, und der auch in Peſth in ſehr gutem Andenken ſteht, iſt hier angekommen, und wird nach einem Ausfluge nach Oberungarn, bier ein Konzert im Redoutenſaate geben, worauf wir ſeiner Zeit zurütkommen werden.
Lokal-Zeitung. Theatraliſches. Da, wie bereits erwähnt, der Tenoriſt Hr. Stoll von unſerer Direktion entlaſſen wurde, übernahm am 11. d. M. Herr Unrein zum zweiten Male die Parthie des Sever, in Bellinis„Norma“, und führte ſie ſo zur allgemeinen Zufrieden—
heit durch, daß er mit lauten Belfallsbezeu—
Modenbild. Uro. 11. Paris, 1. März. Erſte Früh⸗ lings ⸗Anzüg e. Hüte v. Poult de Sole und Atlas. Kleider von Seidenſtoff.
Wir glauben unſern verehrlichen, Leſeri⸗ nen, durch die ſo ſchnelle ittbellung dieſer allerneueſten Anzuge, die no ch tein anderes Blatt außer Paris lie- fer te, einen weſentlichen Dienſt zu leiſten.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.
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