Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
164
 
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zu nehmen hätte.Und allein ſoll ich fliehen? fragte Reymond ſie um faſ⸗ ſend und ihr zärtlich iu die Augen blikend,allein, ohne dich?Ich muß hier bleiben, erwiderte Leonzia ſchluchzend,ich weiß nun Alles und die lez⸗ ten Thränen meiner Mutter brennen noch auf meinem Herzen. Aber es iſt mein Vater und mein Plaz iſt an ſeiner Seite.Wohlan! ſo bleib auch ich verſezte Reymond,möge ſich immerhin mein grauſames Schikſal erfüllen, ich troze ihm. Zweimal bin ich nun wenige Stunden in Rom, um es wieder zu verlaſſen und allen meinen Träumen von Ruhm Lebewohl zu ſagen. Nein, ich fliehe nicht allein.um Gotteswillen, lispelte ihm Leonzia zu,ich be⸗ ſchwöre dich, eile, man wird kommen, und dann kann ich dich nicht mehr ret⸗ ten. In dieſem Augenblike ſah man ein mattes Licht durch die Fenſter der anſtoßenden Gallerie. Leonzia fiel, ohne mehr zu ſprechen, auf ihre Knie vor Reymond, hob ihre Arme flehend zu ihm empor, zeigte ihm auf die Thüre, und drängte ihn dann bei derſelben hinaus. Als er auf der Straße war, fiel das Mädchen ohnmächtig zu Voden. f

Reymond nahm den Weg nach Neapel. Einige Tage nachher las er dort in dem Diario di Roma:In Folge eines Feſtes in dem Palazzo V... wurde ein Theil dieſes herrlichen Pallaſtes ein Raub der Flammen. Die Flammen grif fen ſo ſchnell um ſich, daß einige Leute des Hauſes und ſelbſt der Marcheſe ih⸗ ren Tod in denſelben fanden.

Vor wenigen Tagen begegnete der Maler Camille in den Champs Elysées in einem prächtigen Kabriolet ſeinem Freund Reymond, welcher aus Rom zu⸗ rük gekommen war.Du wieder in Paris? rief er ihm ſchon von Weitem zu.Ja, ſeit acht Tagen. Seze dich doch zu mir herein in den Wagen. Fauſend, du haſt eine prächtige Equipage! Wo wohnſt du denn? Ich führe dich in mein Haus, du mußt bei mir ſpeiſen.Nun und die Kunſt?

Das Kabriolet flog pfeilſchnell davon über das Marsfeld, Vaugirard, Iſſy, und hielt endlich vor einem vergoldeten Gitter, welches ein Haus mit einer Terraſſe einſchlof.Die Kunſt? ſagte Reymond lächelnd,ich bin ihr gerade in ihrer Heimath, in Rom untreu geworden. Ja Camille, ich bin kein Maler mehr. Raphael, Domenichino haben mich kalt gelaſſen, ich liebe jezt Dieſen Engel, fiel ihm Camille in's Wort, eine junge Frau von blen dender Schönheit auf der Terraſſe gewahrend, welche ihnen einen Willkomm ent gegenwinkte.Ja, meine Gattin, antwortete Reymond und ſie gingen in die Villa.

Anſichten. Urtheile. Begebniſſe.

1 grauſame Nothwendigkeit verſezt ſein

Cheater. zu müſſen, ihn auszuzahlen wenn

Wien.(Anfangs März). Man man nämlich dabei die Beobachtung des könnte gegenwärtig ungefährdet einen herrſchenden Mißgeſchmakes nicht als ungemeſſen hohen Preis auf die treff- unumgängliche Bedingung beifügt. Die lichſte Lokalpoſſe ausſezen, ohne in die[Repertoirs der Volksbühnen ſind doch