5
andere, bel der Erfindung Betheiligte, Gelehrte, Schriftſteller u. ſ. w. geladen werden. Auch die Liederkränze, eine fröh— liche Blüthe der neuern Zeiten, werden gebeten werden, zur Verſchönerung des Feſtes mitzuwirken.
Paris. Die Schauſpielerin, Olle. Nachel, ſtellt für ein neues Engagement bei dem Theatre français folgende Be— dingungen: 30,000 Franks fixen Ge— halt, 3 Monate Urlaub, zu 15,000 Franks angeſchlagen; 300 Franks Spiel— geld, macht auf 80 Vorſtellungen 24,000 Franks, endlich eine Benefizvorſtellung zu 10,000 Franks, zuſammen jährlich 79,000 Franks!
München. Unter die verſchiedenen Feſte, welche der fidele Prinz Karnevar hervorruft, gehört auch ein ganz neues, ein Tarokfeſt, welches am 26. d. M. in Starnberg gehalten werden ſoll und wozu in einem der erſten Kaffehäuſer Münchens ein Einladungszirkular auf— liegt.
Lokal-Zeitung.
Fürſt Pückler⸗Muskau über die Peſther Theater. Dieſer geiſtreiche und hochgeſchäzte Touriſt läßt in ſeinen Peſther Brlefen in Nro. 54—56 der Allgem. Zeitung auch einige treffende Bemerkungen über die Peſther Theater vernehmen, woraus wir Ei— niges hier mittheilen.„Es gibt hier nicht we— niger als drei Tempel Thaliens“, helßt es, „und alle ſind lebhaft beſucht.“——„Das deutſche Theater iſt das größte, ein impoſan— tes, ſchönes Haus, doch innerlich nur froſtig dekorirt in Grau und Silber, mit einer Be— leuchtung nur gerade hin:„to make darkness visible“(die Dunkelheit ſichtbar zu machen.) — Die Bühne iſt ſo hoch und geräumig, daß ſie San Carlo in Neapel wenig an umfang nachſtehen ſoll. Als ein empfindlicher Mangel iſt anzuſehen, daß ein ſo anſehnliches Gebäude keinen Foyer hat, nicht einmal eine Kondi— torſtube, oder irgend einen andern geſchloſ— ſenen Plaz, wo man ſich in den Zwiſchenak— ten einige Augenblike ergehen könnte.“—— —„Was die Darſtellungen betrifft, ſo waren ſie für eine Provinzialſtadt über meine Er— wartung, beſonders die Oper. Dieſe beſizt an Dlle. Carl eine Künſtlerin erſten Ran—
1
ges, von einnehmendem Aeußern, u. ſowohl als Sängerin, wie als Schauſpielerin aus— gezeichnet. Ihre Darſtellung der Rorma z. B. kann ſich gewiß, was plaſtiſche Schönheit jeder Bewegung und dramattiſchen Geſang an— belangt, den beſten Leiſtungen Anderer in dieſer Rolle kek an die Seite ſtellen und eben ſo meiſterhaft fand ich ſie in der Ginevra, der Semiramis de., auch nicht weniger ge— wandt u. lieblich im komiſchen Fach. Da Me— thode und Schule bei ihr durchaus vortrefflich ſind, und ſie hiermit eine große Fertigkeit verbindet, ſo bleibt nichts zu wünſchen, als daß ſie ihre Stimme konſerviren möge, deren Metall und Friſche eine faſt übermäßige Be— nüzung derſelben zulezt in Gefahr bringen möchte. Auch das übrige Sängerperſonal iſt nicht ohne Verdienſt; das Orcheſter geſchikt dirigirt, die Chöre und überhaupt das En— ſemble meiſtens lobenswerth.“— Im Schau— ſpiel erwähnt der hohe Reiſende nur Mad. Grill, er ſagt:„ſie iſt eine höchſt talentvolle, denkende Schauſpielerin, die auch der trivial— ſten Rolle durch eigene Schöpferkraft Bedeu— tendes und eine intereſſante Seite abzugewin— nen weiß.“— Ueber das übermäßige Applau— dieren in unſern Theatern iſt der geiſtvolle „Verſtorbene“ mit Recht ſehr ungehalten, da es ſo ſtöͤrend für die Illuſion iſt.„Selbſt Stecbende ſtehen auf, verbeugen ſich u, fallen wieder um, ja die Leiche im Sarge iſt nicht ſicher, ſich durch die Konvenienz zu einem glei— chen Experimente genöthigt zu ſehen. Außer— dem iſt es nichts Seltenes, daß ein Liebling des Parterres und der Gallerien nach jeder gefallenden Szene herausgerufen werd, wohl eln Duzend Mal an demſelben Abend, ja zwel bis drei Mal hintereinander für dieſelbe Szene; zuwellen ſcheint dieſes Hervorrufen ſich zu einer foͤrmlichen Manke zu ſteigern, ſo daß nachelnander Schauſpieler, der Direktor, der Dekorateur, der Kapellmeiſter, kurz alle Theilnehmenden, mit einziger Ausnahme des Souffleurs und Lampenpuzers, auf der Bühne erſcheinen und in der Tiefe ihrer Verbeugun— gen wetteifern müſſen de. de.“— Ueber das ungar. Theater heißt es:„Das ungar. Thea— ter iſt etwas freundlicher dekoriert, als das deutſche. Es übertrifft dieſes an Eleganz der Koſtüme und Dekorationen und ſteht ihm an Talent des Perſonals nicht vlel nach. Der Lieb— ling des ung. Publikums iſt die Sängerin, Mad. Schodel, welche viel Feuer, dramati—
) Dileſe iſt allerdings vorhanden.
ſche Kraft und eine volltönende, friſche Stim—
me hat de. de.


