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ſchreibung der Erde uͤberhaupt, ihrer phyſiſchen Beſchaffenheit, ihres Standes als Weltkörper, ihrer Bewegung, ihrer ma— thematiſchen und geographiſchen Einthei— lung, ihrer Bewohner(nach Sprache, Charakter, Kultur, Lebensart, Reli— gion), ihrer Geſchichte de. de., dann die Beſchreibung von Europa, deſſen Lage, Beſtandtheile, Oberfläche, Größe, Kli— ma, Naturerzeugniſſe, Einwohner, Re— gierungsformen, Geſchichte; dann ein ſorgfältig, nach den neueſten Quellen be— arbeitetes Tableau der europäiſchenStga— ten(nach der Größe des Gebietes ge— ordnet); endlich wird die Veſchreibung von Großbritannien und Irland in die— ſer Lieferung faſt bis zu Ende geführt. Ueberall begegnen wir da neuen, noch nicht gekannten, in den lezten geogra— phiſchen Büchern noch fehlenden Daten. Zwei ſchöne, deutlich geſtochene u. ſau⸗ ber illuminirte Karten begleiten dies Heft: die Weltkarte, nach Mercators Projekte(wodurch uns ein bequemer Ue— berblik des ganzen Erdbodens auf einer Karte gewährt wird), und dann die Karte von Europa. Schlüßlich bemerken wir, daß das Werk(45—50 Drukbogen und 26 Karten umfaſſend) in 10 halb— monatlichen Lieferungen, jede aus 4—5 Bogen Text u. 2—3 Karten beſtehend, erſcheint. Eine ſolche Lieferung koſtet nur 40 kr. C. M. und bei Vorausbe— zahlung alle 10 Lieferungen nur 5 fl. C. M.— Dieſer Preis dauert aber nur bis 15. April, dann hört auch die lie— ferungsweiſe Pränumeration(mit 40 kr. C. M.) auf und man bezahlt für das Ganze 6 fl. 40 kr. C. M. Bei Vollen— dung des Werkes tritt aber der Laden— preis von 7 fl. 30 ke. C. M. unabän⸗ derlich ein. R.
Mignon-Zeitung. Baden ⸗ Baden. So lange es Engländer gibt, wird's uns an Unter⸗
haltung nie fehlen, auch wenn deren Beginnen gerade nicht in die Faſchings— zeit fallen ſollte. In England benennt man jezt recht tolle Streiche mit dem Namen„Waterford's“, nach einem vor— nehmen Taugenichts dieſes Namens, der durch ſeine Narrenſtreiche bereits weit und breit berüchtigt geworden. Auch uns hat ſeit einiger Zeit ein ähnliches Exem—⸗ plar durch ſein tolles Beginnen beluſtigt, wer ſich überhaupt an den Thorheiten der Menſchen beluſtigen kann. Ich glau— be, Friedrich v. Schlegel erklärte den Menſchen als„eine gezähmte Beſtie“: die Definition ſuchen leider von Zeit zu Zeit ſolche ſaubere Geſellen zu rechtfer— tigen, wie ein gewiſſer Greeg, der uns dieſen Winter auf einige Zeit mit einem Beſuche beehrt hat. Geld ſcheint der Mann viel, recht viel zu haben, und dieſer Umſtand hat etwas für ſich in den Augen der Menge. Herrn Greeg's Hauptvirtuoſität beſteht im Champag⸗ nertrinken; ein Viertelhundert Flaſchen dieſes ſchäumenden Gewächſes iſt ſo ſeine gewöhnliche Anzahl während einer Seſ— ſion, und eine Lieblingsidee des Man⸗ nes war es, auf die benachbarten Dör— fer zu fahren, alle Bauern, ſo viel er ihrer auftreiben konnte, in den erſten beſten Gaſthof, wo Champagner zu ha— ben, zuſammen zu treiben, und ſie mit dieſem edlen Getränk betrunken zu ma— chen. Hr. Greeg iſt bei unſern Bauern im Umkreiſe von vier Stunden Weges die populärſte Perſon. Nach dem benach⸗ barten Gernsbach fuhr der ſaubece Herr vor einiger Zeit, machte daſelbſt ſeinen Kutſcher total betrunken, darauf ſich ſelbſt, miethete einen andern Wagen, worin er den betrunkenen Kutſcher heim— fahren läßt, nimmt ſelbſt vierſpännige Extrapoſt und fährt hinter ſeinem Kut⸗ ſcher her. Ein andermal wollte er ſechs⸗ zehnſpännig durch die engſten Gaſſen der Stadt fahren, und als es ihm einſt einſiel, verlangte er, daß ſich alle Leute
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