Jahrgang 
Band 1 (1840)
Seite
129
 
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Der Dpiegel

für Kunſt, Eleganz und Mode.

Dreizehnter Jahrgang.

Halbjähriger Preis 4 fl., mit Poſtverſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrüken 5 fl. u. poſtfrei o fl. C. M.Man pränumerirt im Kommiſſlonsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in peſth u. bei allen k.t. Poſtämtern.

17. Mittwoch, 26. Februar. 1840.

Das Stelldichein.

(Beſchluß.)

Da ſtand das Haus! Im zweiten Stok, Thüre links! Die Vorhänge waren faſt alle niedergelaſſen; die geſchloſſenen Jalouſien verriethen die Abwe ſenheit der Beſizerin. Mit klopfendem Herzen beſtieg er die Treppen, gab ſich aber dadurch ſelbſt Muth, daß er immer je zwei und drei Stu fen erſtieg. Er war im zweiten Stok, ergriff den Drüker der Thüre links. Vortrefflich! ſie war offen. Ein dunkles Zimmer empfing ihn. Das iſt der Eingang zum Salon! ſagte er ſich. Alles war von den herabgelaſſenen Jalouſien ſtokdunkel. Er konnte aus dem Zimmer in den geöffneten Salon und in die nebenan überall offnen Zim⸗ mer nur mit Mühe ſehen. Da rauſchte im Hintergrunde der weiten Zimmerreihe ein ſeidenes Gewand. Entſchloſſen trat er vor.Gnädigſte! rief er noch aus einiger Entfernung,der Zufall iſt die Humoriſtik der Weltregierung; Ihr Billet mußte in Hände kommen, die

Da prallte er zurük. Himmel! er ſtand vor der Dame; das Auge hatte ſich an die Finſterniß ſo weit gewöhnt, daß er in der Nähe etwas unterſcheiden konnte. Er ſtand vor ſeiner Frau. 8