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Oresde en. Der Damaſtweber Schiffner zu Neuſchönau bei Zittau, hat der Königin von England zur Hochzeits— tafel eine Brautſerviette gemacht, die auf der einen Seite den Ritter St. Georg in rother Farbe und auf der an— dern das Bildniß der Königin auf grün— weißem Grund in einem extrafeinen Dop— pelgewebe darſtellt.
Köln. In Dormagen hat vor ei— nigen Tagen ein armer Taglöhner in ſeinem Kuhſtalle, 1. Fuß unter der Erde, eine Urne mit 823 ſilbernen und 4 goldenen römiſchen Münzen, meiſtens aus den Zeiten des Veſpaſtan., Domi— tian, Trajan, Hadrian und Antonius gefunden.
Lokal-Zeitung.
Die Redoute. Die Prognoſe des Spiegels, rükſichtlich der Redouten, hat ſich als eine richtige bewährt.— Schöne Masken, viel Masten belebten die lezte abgehaltene; viele Tänzer, ſchöne Tänzerinen wogten in dem bunten Karnevalsgewimmel nach Mo⸗ relly's elektriſirendem Bogenſtriche dahin, und wenn ſich der Erfolg jedesmal ſo brillant ge— ſtaltet: ſo ſtimme ich gerne in Olaf's klaſſi⸗ ſche Textworte ein:
„Ein Maskenball in Domino,
Schon der Gedanke macht mich froh!“ Emmerling iſt aber auch ganz der Mann, der ſo ein Faſchingsvergnügen zu arrangiren ver⸗ ſteht— ihm gebührt der Dank aller Froh⸗ ſinnsfreunde, durch ihn iſt ſchon manches Mädchenherz gefeſſelt, manch' Liebesverhält⸗ niß, das man für die eiſerne Swigkeit gebaut hielt, gelöſt worden, jahrelange Feinde ha. ben ſich in dieſen heitern Hallen beim knallen⸗ den Champagnerſtöpſel verſöhnend die Hände gereicht, und Manche, die des Schikſals dunkle Macht zu langer Trennung beſtimmte, ſich hier fröhlich wieder gefunden. Es lebe der Karneval!
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Concordia-Ball.„Concordia ſoll ihr Name ſeln!“ Es war eine zwar kleine, aber gewählte Geſellſchaft, die ſich bei die— ſer in jeder Hinſicht nett arrangirten Kar⸗
nevalsvergnügung in holder Eintracht amũ; ſirte. Hr. Emmerling hatte den kleinen Re- doutenſaal durchaus brillant beleuchtet, die Damen wurden durch geſchmakvolle Bouquet überraſcht und Perlasca's ſinnige Tanzordnun. gen mit der Miniatur Abbildung des Balles fanden allgemeinen Beifall; das groͤßte Lob gebührt jedoch unſerem wakern Walzerheros Morelly, deſſen neue Walzer(Concordia- Walzer) durch die liebliche Einfachbeit ihrer Melodien, durch den wahrhaft inwohnenden Wiener Humor ſo ſehr entzükten, daß ſie fünfmal wiederholt werden mußten.— Eljen Morelly!— unter den Anweſenden bemertte man auch einige Zierden aus der Elite des hieſigen Publikums. Dieſer gemüth⸗ liche Ball, der den Namen volltommen ver- diente, dauerte bis gegen halb 5 uhr Mor- gens, wo dann Alles mit fröhlichen Geſich⸗ tern und vollkommen befriedigt Abſchied nabm. R. K.
Sleben-Churfürſten-Bäl le. Dleſe zeichnen ſich auch heuer durch Gemüthlichteit und Geſelligteit aus. Das Orcheſter iſt ſehr brav und präzis, die Spelſen und Getränke ſind berühmt gut und die Unterhaltung ſtellt ſich immer eklatant heraus. Heute iſt wie⸗ der ein Ball in dieſer alt berühmten Loka⸗ lität— alſo gehet hin und erprobet ihn.
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Ofner Landhaus bälle. Die Elite der Geſellchſchaft Ofens vereinigt ſich alle Donnecſtag in den ſchoͤnen und geräumigen Lokalitäten des Ofner Landhausſälen, worin hochſt glänzende Maskenbälle abgehalten wer— den. Sinnige Traveſtirungen, geſchmatvolle Toiletten, Reichthum und Eleganz gehen hier Hand in Hand, um dieſen Ballfeſten hohes Intereſſe zu verleihen. Orcheſter, Kredenz und Speiſeſäle laſſen nichts zu wünſchen übrig.— Morgen iſt der vorlezte Maskenball in die— ſen Räumen.
——— Theater- Bälle. nie vorgekommene Feſtivitäten werden im un⸗ gariſchen Theater vorbereitet. Es wird näm⸗ lich Buhne und Parkerre dieſes niedlichen Tempels der Thalia vereinigt und ſo das Haus zu einem großen Ballſaale umgeſtal⸗ tet. Es werden zwel Mastenbälle, der erſte Samſtag, den 29. Febr., und der zweite Montag, den 2. Marz, gegeben. Daß die Theilnahme jedenfalls ſehr groß ſein wird, iſt nicht zu bezweifeln.
In peſth noch
Beilage:„Der Schmetterling.“ Nr. 5.
—y—ä——
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


