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r Spiegel
für Kunſt, Eleganz und Mode.
Dreizehuter Jahrgang.
Halbjähriger Preis a fl. mit Poſtverſendung s fl. Auf Velinpapler mit erſten Kupferabdrüten 5 fl. u. poſtfrel 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im Kommiſſionsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. bel allen k.k. Poſtämtern.
14. Sonnabend, 15. Februar. 1840. — sss 1
Weibliche Köpfe.
Wähle ich mir eine Gattin, ſo ſehe ich nur auf ihr Herz!— ſagt man— cher rechtſchaffene Mann, dem es um das wahre Glük der Ehe zu thun iſt. Aber ich möchte ihm doch rathen, auch auf den Kopf zu ſehen, da kann er freier hinbliken, während das Herz ſich durch allerlei Mittel gegen neugierige Blike zu verwahren weiß. Prüft man aber den Kopf recht genau, ſo kann man einem Mädchen leicht auf den Kopf zuſagen, wie es um ihr Herz ſteht.
So ſoll man wohl das ganze Mädchen-Geſchlecht einem ſchweren Examen unterwerfen, um die Fähigkeiten ihres Kopfes zu erproben?
Keinesweges! Ich ſage nur: Sehet auf den Kopf! Seine äußere Ve— ſchaffenheit wird das innere Weſen ſeiner Trägerin verrathen.
Das weibliche Geſchlecht trägt für keinen Körpertheil mehr Sorge, als für den Kopf, und darum iſt es ſo ſchwer, ihn einer Frau zurecht zu ſezen, weil ſie von Kindheit auf gewöhnt iſt, es ſich ſelbſt zu thun.
Das Sprichwort: Schneider machen Leute, trifft nur die Männerwelt; bei der Frauenwelt iſt dies das Geſchäft der Friſeure, und darin hat das weib— liche Geſchlecht den Vorzug vor uns, daß die meiſten Damen Schopferinen ihres eigenen Wert hes ſind, indem ſie ſich ſelbſt friſtren.


