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Lokal-Zeitung.
Theatrallſches. Am 10. d. M. er⸗ ſchien Hr. Reichel als Oroviſt im ungariſchen Theater, und erhlelt verdienten Beifall, der aber am rauſchendſten der Mad. Scho— del als Norma geworden. Delle. Felber und Hr. Joob waren lobenswerth.— Sehr vol— les Haus.
Karnevals⸗Daguerreotyp. Die lezte Sonntags-Redoute war, der äußerſt un— günſtigen Witterung ungeachtet, ziemlich zahl— reich beſucht und zeichnete ſich beſonders durch viele, ſchöne, geſchmakvolle Masken aus. Dem Redoutenfreunde thut aber jedes Mal das Herz weh, wenn er ſehen muß, wie dieſe herrli— chen Phantaſiengeſtalten doch nur durch ihren äußern Prunk das Auge feſſeln und nicht im Stande ſind, demſelben durch geiſtvolle oder wizige Maskenſcherze ein inneres Aequivalent zu geben. Den lieblichen Damen vergibt man es noch leichter, wenn aber das ſtärkere Ge— ſchlecht verkappt mit den allergewöhnlichſten Floskeln heranſtiefelt, als da ſind:„biſt du auch da?“—„ich kenne dich“ u. dgl. m., da könnte man aus Aerger in einen Pluzer ſpringen. Es hat ſich bisher bewieſen, daß die Redouten des diesjährigen Karnevals ſich gra— datim verſchönerten, und es läßt ſich daher den noch kommenden die günſtigſte Prognoſe ſtellen. Emmerling und Morelly! das iſt die Firma, die den Frohſinn gepachtet hat. S. i.
— Der morgen im kleinem Redoutenſaale Statt findende:„Concordia⸗ Ball“ dürfte wohl einer der glänzendſten kleinern Geſellſchaftsbälle dieſes Karnevals werden. Das ganze Arrangements ſoll überraſchend ſein, Morelly hat eigends für dieſen Ball neue Walzer komponirt, Perlaska ſinnige Tanzordnungen verfertigt: ſo daß bei der nur beſchränkten Anzahl von Eintrittskarten den Theilnehmern ein ungeſtörtes Karnevals— Vergnügen garantirt ſein dürfte.
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Wohlthätigkeits⸗Konzert. Das in öffentlichen Blättern bereits angekündigte Konzert, zum Beſten des Peſther Kinderſpitals, wobei wir Gelegenheit gehabt hätten, die bei— den Sängerinen Dem. Henriette Carl und Mad. Schodel zu hören, kann leider! aus uns unbekannten Gründen, in dleſer pro— iektirten Art nicht Statt finden. Dafür ſoll
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zu demſelben wohlthätigen Zweke eine t traliſche Opernvorſtellung gegeben werder worüber ſeiner Zeit Näheres mitgetheilt wi den wird. 1
— Dem Vernehmen nach beabſichtigt me in Peſth ein Kaſino für Damen etabliren. 8
Benefiz.(Ofen,) Das bereits ang kündigte vieraktige Schauſpiel:„der Ga lego von Liſſabon“, ein hoöchſt effel reiches Stük, das überall mit dem größt Beifall aufgenommen wurde, wird künfti Sonnabend, den 15. Feb., zur Einnahme d Hrn. Theatermalers Otto gegeben.
—— Oeffentlicher Dank. Tief gerü N von der innigen Theilnahme des hochherzig Publikums, bei Gelegenheit des Begräbnißf meiner Tochter Magdalena, u von der gro müthigen, reichlichen unterſtüzung, die mir u meiner Famille bei der am 8. d. M. ſtattgeft denen Beneſiz⸗Vorſtellung geworden, was un gewiß Troſt und Linderung in unſerer unſc lichen Betrübniß gewährte, ſtatte ich hie meinen innigſten, tief gefühlten Dank a Ofen, den 9. Febr. 1840.
Paul Zettler Schanſpleler.
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Vom Muſlitverein. Die zwei allgemeine Aktlonären-Verſammlung, der u ter der Leitung des Peſther und Ofner A ſitvereins zu eröffnenden offentlichen Si ſchule, wird am nächſten Sonntag, 16. Fel um 10 uhr Vormittag, im k. ſt. Peſther g. douten-Gebäude(1. Stot, nächſt der groß Brükengaſſe) abgehalten, wobei die Wahl d Singſchul Direktors und Lehrers ſtattfind wird; wozu die ſämmtlichen p. t. Aktion zu erſcheinen hiermit erſucht werden.
Modenbild. Uro. 7.
London, 25. Jan. außer zwei der modernſten Ballanzuge, aß noch den Anzug eines ältlichen Herren, als Scitenſtut zu jenem im vorigen Mod bilde gegebenen einer ältlichen Dame dier kann. 1
Oben auf dem Bilde iſt das wo troffene Minkatur„Porträt S. Hoheit. Prinzen Albert von Sachſen-Coburg, Be tigams J. M. der Königin Victoria v. E land, zu ſehen, das wir nach einem uns aus London zugeſchitten engliſchen Orig
kopirten.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


