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lermo iſt ein Programm für ein Räth— ſel⸗ und Charaden-Dictionnär erſchie⸗ nen, in dem alle zu ähnlichen Spielen verwendbare italieniſchen Worte, ſammt manigfaltigen Beiſpielen angeführt wer— den ſollen. Dies Werk wird aus vier Quartbänden beſtehen.— In dem tos— kaniſchen Dorfe Roccabella, befindet ſich ein zwölfjähriger Knabe, deſſen beide Schenkel ſeit der Geburt enge verwach— ſen, nur in einem Fuße enden. Er bewegt ſich mit Hilfe eines Stoks, ſo ſchnell wie jeder Zweibeinige, durch Hü— pfen. Man hat ſeinen Eltern bereits namhafte Summen geboten, um dieſen Solofüßler als Seltenheit den Schau— luſtigen gegen Entgelt zu zeigen; ſie haben bisher jedes Anerbieten von ſich gewieſen.(Echo.) Gotha. In mehreren öffentlichen Blättern, namentlich in der„Dorfzei— tung ſucht ein„angehender Dreißiger von gefallendem Aeußern u. guter Bil⸗ dung“ eine Lebensgefährtin.„Unab— kömmlich durch ſein Geſchäft blieb ihm nur dieſer Weg.“ Wir hoffen, jedes Mädchen wird ſich ſagen: ein Jemand, der ſo unabkömmliche Geſchäfte hat, daß ſie ihn verhindern, hier und da eine Tochter des Landes anzuſchauen, kann auch keine Zeit haben, ſeine künftige Frau anzuſehen; er begnügt ſich, wahr— ſcheintich mit dem„einigen Vermögen“, welches er nicht obenein, ſondern un— zweifelhaft als Hauptſache verlangt, u. während der„unabkömmliche Mann““ ihre Thaler in alle Welt trägt, kann die Frau unabkömmlich zu Hauſe bleiben. Rom. Zum Präſidenten der ar— chäologiſchen Akademie in Rom, an die Stelle des verſtorbenen Ludwig Biondi, iſt durch Ballotage(geheime Abſtim— mung) der Herzog von Sirmien(in Slavonien), Peter Odeschalchi erwählt worden. An der Wahl, die unter dem Präſidium des Kardinals Joachim Ju- ſtiniani vor ſich ging, nahmen die Kar—
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dinäle Caſtralanedogli Antelminelli, Polidori, Mezzofanti und Mattei, und der Sekretär Seiner Heiligkeit des Pab—⸗ ſtes, Bontadoſt, ſämmtlich Ehrenmit— glieder der Akademie, Theil. Leipzig. Die Leipziger Zeitung enthält folgende Berichtigung vom Pro— feſſor Krug:„Einheimiſche und aus— wärtige Blätter haben berichtet, daß im Laufe des vorigen Jahres auf un— ſerer Univerſität zum erſten Male ein Bekenner der iſraelitiſchen Religion, Dr. Julius Fürſt, zu Vorleſungen über orientaliſche Literatur berechtigt wurde. Dieſe Nachricht iſt aber falſch. Denn ſchon im Anfange des 16. Jahr— hunderts war ein Iſraelit, Namens Antonius Margarita, als Lehrer der orientaliſchen Sprachen an der Uni— verſität zu Leipzig angeſtellt, der ſich auch ſehr verdient, beſonders um die hebräiſche Sprache u. Literatur, mach— te.(S. Geſchichte der Stadt Leipzig von Karl Groſſe, Lief. 9., S. 482).“ Gleichwohl können wir nach zuverläſ— ſiger und höchſt glaubwürdiger Mitthei— lung eines hieſigen Gelehrten, der mit dem Leben und den Schriften des ge— nannten Margarita innig vertraut iſt, die Verſicherung geben, daß dieſer jüdi— ſche Gelehrte vor ſeiner Anſtellung kon— vertirt wurde, wenn dieſer Umſtand auch vielleicht in der angeführten Chro— nik nicht beigefügt ſein mag.“ Philadelhpia. Nach der hier erſcheinenden Zeitung:„die alte und neue Welt“ iſt am 18. September voriges Jahr in genannter Stadt in aller Stille der Grundſtein zu einem Tempel der Vernunft gelegt worden! Denſelben erbaut eine Anzahl Deutſcher in Folge einer Reihe von Vorträgen, welche H. Ginal, frei von Dogmen, im Sinne der reinen Ver— nunft, zu Philadelphia gehalten hat. Man hofft, die Eröffnung des Tempels werde mit großer Feierlichkeit geſchehen!


