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Der Siegel
für Runſt, Eleganz und Mode.
Dreizehnter Jahrgang.
Halbjähriger Preis 4 fl., mit Poſtverſendung s fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrüken 5 fl. u. poſtfrel 6 fl. C. M.—Man pränumerirt im Kommiſſtonsamt zu Ofen Feſtung, außerhalb des Waſſerthors), in C. Millers u. J. Wagners Kunſthandl. in Peſth u. bei allen k.k. Poſtämtern.
12. Sonnabend, 8. Februar. 1840.
— 2 E——
Die Ohrfeige.
(Aus dem Engliſchen.)
Der Salon der Frau von Nerville war voll von Herren, während ſie, ihre Tochter und Frau Dorval die einzigen Damen waren. Einer der Herren erzählte, und ſeine Erzählung ſchien einen lebhaften Eindruk auf die Geſell— ſchaft zu machen; beſonders hörte Marie von Nerville äußerſt bewegt zu. Ge— wöhnlich war ſie blaß und ſchüchtern; aber in dieſem Augenblik war ihre Bläſſe einem Scharlachroth gewichen; ihr ſanftes blaues Auge funkelte vor Unwillen, und ſie ſprach in einem kräftigen, ja ſtolzen Tone:„Wie, mein Herr Lascour, jener Mann empfing eine Ohrfeige?“—„Gewiß, Fräulein, ich ſelbſt war vor einigen Tagen im Café d'Ermenoville Zeuge davon.“—„Und er forderte keine Genugthuung für eine ſolche Beleidigung?“—„Eher hätte er den Beleidiger um Verzeihung gebeten.“—„Ich bitte, nennen Sie mir den Namen dieſes unwürdigen Mannes, damit ich ihn mit der verdienten Verachtung behandle, wenn ich ihm begegne.“—„Sie würden Unrecht thun, ihm deshalb mit Ver—
25 achtung zu begegnen; denn er kann ein ſehr achtbarer Mann ſein.“—„Er 2 dieſer Feige!“—„Und iſt es ſein Fehler, Fräulein? Ein Mann kann eben


