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von zwei Thüren 3000 fl. in Gold. Der jugendliche Induſtrieritter iſt ein ausgezeichneter Tänzer, u. ſcheint über⸗ haupt eine gute Erziehung genoſſen zu haben. Auf einem Balle im Muſeum tanzte er mit einer ſehr geachteten Da— me, und beraubte ſie, indem er abſicht⸗ lich mit ihr fiel, ihres Schmukes, ohne daß man gegen einen ſo liebenswürdi⸗ gen gebildeten jungen Mann Verdacht ſchöpfte. Einem unſerer ſcharfſichtigſten Polizei-Agenten gelang es endlich, hin— ter die Schelmerei zu kommen. Man fand in dem Koffer des Fremden den geſtohlenen Schmuk und verſchiedene Diebsgeräthe, als Dietriche de. Derſel be wollte um ſechs Uhr Abends mit der Schnellpoſt abreiſen, wurde aber um drei Uhr bereits verhaftet und in die hieſige Frohnveſte gebracht. Mehrere des Einverſtändniſſes mit ihm verdächtige Perſonen wurden gleichfalls in Haft ge— bracht.
London. Die Herzogin von Kent hat einen Militärmarſch komponirt, der für das Pianoforte geſezt und der Kö— nigin Viktoria gewidmet, jeden Abend im Schloſſe zu Windſor geſpielt wird.
Köhn. Die Feier des vierten Sä⸗ kularfeſtes der Erfindung der Buchdru— kerkunſt wird auch in hieſiger Stadt auf eine großartige Weiſe, mit Zuſtim⸗ mung unſer königl. Regierung, am 24. Juni d. J. begangen werden. Unſere Zeitung enthält darüber einen weitläu⸗ figen Aufſaz.—„In al len deutſchen Landen u. Gauen,“ ſagt dieſelbe,„ſoll dieſes Feſt würdig begangen werden. So gebeut die Stimme der Bildung, dieſer edlen, durch die Buchdrukerkunſt ſelbſt zur Lenkerin der Geiſter und Ge— müther herangereiften Tochter der In— telligenz... Zweierlei iſt bei dieſem ſchönen Feſte in's Auge zu faſſen: er⸗ ſtens— das Vergängliche, die Feſtfeier ſelbſt, als Ausdruk der Freu⸗ de; dann— das Bleibende, die
Errichtung eines fortwirkenden Zeichens der Dankbarkeit. So nur kann das Feſt allgemein und wür dig gefeiert werden.
Potpourri aus Paris. Ein dramatiſcher Schriftſteller in Paris, dem die Unruhe ſeines Barbiers am lezten Tage des Jahres auffiel, fragte nach der Urſache.„Ach, mein Herr!“ ant⸗ wortete derſelbe,„man prophezeiht, daß die Welt nächſten Monat untergehen ſoll, das Vieh am 4. und die Menſchen am 6. Jäner!“—„Großer Gott!“ rief der Dichter aus,„wer wird mich am 5. raſiren!“— Hier iſt dieſer Ta⸗ ge ein Herr Augleys in ſeinem 76⸗ten Jahre geſtorben, der mit den Familien Bonaparte und Bernadotte verwandt war. Sein beträchtliches Vermögen wen- dete er größtentheils auf Kunſtgegen— ſtände; dabei zeichnet er ſich durch eine wahrhaft fanatiſche Vorliebe für die Muſik aus. Jeden Abend ſaß er in der italieniſchen Oper auf dem nämlichen Plaze, u. machte ſeinem Entzüken un⸗ aufhörlich durch Geberden Luft, die häufig zu allgemeinem Gelächter Anlaß gaben.
Agra m. Herr Novakovio, wel⸗ cher ſich dieſen Sommer in Handelsge—⸗ ſchäften zu Paris aufgehalten u. vor Kurzem von dort zurükkehrte, hat Da— guerreotypen mitgebracht. Da er von dem Erfinder ſelbſt Unterricht empfan⸗ gen, ſo wird er demnächſt bei günſtigem Sonnenblik, eine Anſicht unſerer an pittoresken Schönheiten reichen Haupt⸗ ſtadt aufnehmen, u. ſolche allen Kunſt— freunden zur Beurtheilung aufſtellen. — Spätern Nachrichten zufolge hat er ſo eben eine der ſchönſten Anſichten der Stadt auf ein Daguerreotype übertra⸗ gen. Er hat den Proſpekt der Prome— nade der Berggaſſe entlang aufgenom— men; man ſieht das Carl Graf Ser⸗ mage'ſche Haus ſammt dem Feuerthurm; ſodann auf der andern Seite das Graf


