Jahrgang 
Band 1 (1840)
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vivants. 40 nicht mehr junge Mädchen, deren Mütter nicht genug Vermögen mehr beſizen, eine Londoner Saiſon mit zumachen. 30 Mädchen aus dem ver möglichen Mittelſtande, welche gern ei nen deutſchen Baron, einen franzöſiſchen Grafen oder einen italieniſchen Herzog heirathen möchten. 100 Bediente, Stall jungen und Erzieher. 100 Kammermäd chen, Gouvernanten u. ſ. w. 20 ver⸗ abſchiedete Maitreſſen. 20 von ihren Männern getrennt lebende Weiber, die ſich über dieſes Unglük auf dem Kon tinente zu tröſten ſuchen. 10 Perſo nen aus altadeligen Geſchlechtern, die zu Hauſe zu arm ſind, um ein Haus zu machen. 10 wirklich vornehme und reiche Engländer, um auf dem Konti nente ſich eben ſo zu langweilen, wie in ihrem Vaterlande. 30 junge Leute, um auf dem Kontinente angenehm und ungenirt leben zu können. 1, um ſei nen Geiſt und ſein Herz auszubilden. Peéele-méle aus London. Ein lebender Vampyr erregt hier, als den erſten, der hieher gekommen, großes Aufſehen. Er hängt beſtändig mit den Füßen am oberſten Theile des Käfigs, den Kopf abwärts gerichtet. Die Augen ſind ſehr glänzend. Die Hundeſteuer in England bringt allein gegen 2 Mill. Thaler ein. Welche Armee ſteuerpflich tiger Vierfüßler gehört hierzu. München. Es iſt endlich gelun gen, der Räuberſchefs habhaft zu wer den. Sie ſind unter ſtarker Vedekung und unter Begleitung der halben Ve völkerung unſerer Stadt hier einge bracht worden. Man ſieht es den Leu ten, die das Ausſehn gutmüthiger Ty roler haben, gar nicht an, daß ſie ſolche ſchaudererregende Thaten verübt haben. Dresden. Die Somnambüle iſt noch immer der Gegenſtand des allgemei nen Geſprächs. Beſonders hat ſie da durch die Aufmerkſamkeit von Neuem

wortete Fragen auf die Entdekung ei nes Diebes leitete, deſen Namen aber zu nennen ſie verweigerte, da ſie Namen von Dieben und Mördern nicht nennen dürfe. Daß ſie keine Betrügerin iſt, ſteht feſt. Wer aber vermag ein Ur theil über ſie zu fällen? Uebrigens ge ſtattet ſeit ein gen Tagen ihr Pflege vater gar Niemand mehr einen Beſuch beirihr, theils um der Unruhe in ſei nem Hauſe über hoben zu ſein, theils um zu zeigen, daß er den Aufenthalt ſeines Pflegekindes zu lukrativen Zwe ken nicht benüze.

Berlin. Die neue Berliner Din- tenfabrik(Mohrenſtraße) kündigtUni verſal-Vertilgungs-Mittel gegen Som- merſproſſen u. Sonnenbrand, gegen Flie gen, Motten und ergraute Haare an. Als ein Ekenſteher die Ankündigung las, rief er aus:Det is niſcht, det es keenn Uniferſalſcht!Wie ſo, entgegnete ein Anderer.Det will ich dich komuniziren. Weil ſe jar kee ne Verdilgungsmittel wieder den Durſt anzeegen, un dieſer moleſtirt unſer ee nen mehr als die Motten.

Frankfurt. In einer Wiener Zei tung befindet ſich eine drollige Notiz aus Frank furt über den Sänger Wild, worin es unter Anderm heißt:er ſei der ewig junge, friſche, melodiereiche Sänger mit der flöt enden Nachtigallenſtimme u. ſ. w. O Unſinn!

Lokal-Zeitung.

Liszt's Erſcheinen als Knabe in Pie ſth. Vor ſechzehn Jahren kam der eilfiäh rige Liszt zum erſten Male nach Peſth. Er gab am 1. Mai 1823 ein Konzert in dem Saale zu den ſieben Churfürſten, und ließ ſich in einem Konzerte von Ries, in Varla tionen von Moſcheles, und in einer freien Phantaſie, wozu ihm die Zuhörer ſchriftliche Thema's gaben, hören. Mitwirkten Hr. Bab nigg und Dlle. Teyber. Obwohl Liszt ſchon

auf ſich gelenkt, daß ſie durch beant

damals einen ſehr bedeutenden Ruf hatte, ſo