Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
800
 
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Tullegrunde defeſtigt. Einkge Bonnets ſind 4

la Corday. 8. Man tragt viele Kapoten von Pluche und ſelbſt von Filz, welche ſehr einfach ſind. 9. Wir ſahen eine ſehr ſchöne Kapote von blauem Pluche mit einer blauen Feder geziert, die im Innern des Schirmes mit engliſchen Spizen gebunden und geziert war.

10. Ein Hut der eleganteſten Form, von weißem geköpertem Sammet, war mit einer prächtigen Marabout⸗Weidenfeder geziert.

11. Es gibt kleine Hüte mit aufgeſtülp⸗ ten Rändern v. roſenrothem geköpertem Sam met, die auf einer Seite mit einem Bündel Schneefedern, und auf der andern mit einem Bänderkohl geziert ſind, von wo drei lange Band⸗Enden von roſenrothem Atlas aus- gehen, die ſo tief wie die Taille hinabfallen. Es liegt in dieſer Koeffüre ein ſpaniſcher Charakter, der von der hoͤchſten Eleganz iſt.

12. Man ſah dieſe Woche einige Ober röke, die mit Grauwerk gefüttert waren, was andeutet, daß dieſes ſeit mehreren Jah ren verbannte Pelzwerk wieder in Mode kom men wird. Das Grauwerk eignet ſich vollkom men zum Futter der Vitehouras und Män⸗ tel, und es iſt nicht nöthig hinzuzuſezen, daß die Muffe von demſelben Pelz ſein müſſen.

13. Apropos der Muffe, müſſen wir er wähnen, daß der Luxns in den Zuthaten, die ſie zieren, täglich ſteigt. So werden ſie an beiden Enden, durch breite, blaue, kirſchro the oder weiße Bandſchleifen, von der Farbe des Futters der Muffe befeſtigt. Am Ende dieſer Bänder ſind Eicheln, Franſen oder Schleifen.

14. Der merkwürdigſte Schmuk auf Pro⸗ menaden iſt eine Plaqne oder eine Broche von außerordentlicher Größe. Die Form iſt ein längliches Vierek, von Moſaic, Email, und manchmal eine Camee. Dieſe Broche iſt beſtimmt, ein Mantelet oder einen Shawl zu ſchließen. Die uhrketten u. die Caſſoletten ſind ſehr fein. Man ſieht ſehr viele Armbänder oder Spangen von ſchwarzem Sammet mit Gold oder farbiger Seide geſtikt. Man tragt von dieſen Armbändern 2 oder 3 auf einem Arm.

15. Dle Herren tragen ſezt Oberroͤke mit Sammet, Molre oder Pelzwerk gefüttert und mit Poſamenterie und einer Reihe Knöpfe garnirt.

16. Die beliebteſten Herrenmäntel ſind jene à la Crispin. Sie ſind kurz, weit dra⸗ pirt und gehen hochſtens bis zum Knie.

17. Man tragt ſchöne Röke, die ſehr an⸗ liegend an der Taille ſind, einen kurzen Rok, u. einen breiten, flachen, auf die Schulter fal⸗ lenden Kragen haben, wodurch der Bruſt eine Breite gegeben und der Hals fret gehalten wied. Die Aufſchläge ſind breit und das Fut, ter von Moire iſt wattirt u. ausgeſtept.

18. Ein deutſches Blatt meldete aus Pa- ris, daß daſelbſt die Bärte der Männer au⸗ ßer Mode kommen. In Paris weiß man nichts, hievon, und faſt alle männlichen Figuren der hieſigen Modefournale ſind wenigſtens mit. Schnurbärten verſehen. 5

Konzert. Das im vorigen Blatte an- gekündigte Konzert des Hrn. Lew, Muſtk⸗ direttor Seiner tönigl. Hoheit des Kronprin⸗ zen von Schweden, wird, da die Brüke zwi⸗ ſchen Ofen und Peſth unerwartet abgetragen wurde, nicht in Ofen, ſondern künftigen Sonntag, Nachmittag halb 5 uhr, in Peſth, im Redoutenſaale abgehalten werden. Da der ausgezeichnete Virtuoſe ſein Abſchiedskonzert gibt und von vorzüglichen Künſtlern unter⸗ ſtüzt wird, läßt ſich ein ſehr frequentes Kon. zert erwarten. Eintrittskarten zu 1 fl. C. M. ſind in allen Kunſthandlungen und an der Kaſſa zu haben.

Modenbild. Nr. 50. (Paris, 1. Dez.). 1. Die Dame: Hut von geköpertem Sammet. Muff von ruſ⸗ ſiſchem Zobel. Mantelet v. Sammet mit Zo⸗ bel garnirt. Der Herr: Reueſter Pro- menaden- und Negligee-Anzug.

Halbjähriger Preis 4. fl., mit freler Poſtzuſendung 5 fl. Auf Velinpapier 5 fl. und poſtfrei 6 fl. T. M. Man pränumerirt im Kouimiſſionsamt zu und F. Tomalas Kunſthandlung zu Peſth und bel allen k. k. poſtämtern.

det Waſſerthors) in C. Millers

mit erſten Kupferabdrilken Ofen(Feſtung, außerhalb

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.