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Ansichten. Urtheile. Begebnisse.
Mignon ⸗Zeitung.
Neapel. Bei den Ausgrabungen in Pompeji fand man kürzlich in der Vorhalle eines Hauſes 4 Moſaikſäulen, etwa 15 Fuß hoch und ſehr gut er— halten. Es iſt dies der erſte Fund die⸗ ſer Art.
Buntes aus Paris. Die Pa⸗ riſer Journale fangen bereits an, ſich mit Dem. Schebeſt zu beſchäftigen, die nach ihrem Gaſtſpiel in München auch die franzöſiſche Hauptſtadt beſuchen wird. Das Journal des Debats ſucht das dortige Publikum durch einen Bericht aus Stuttgart vorzubereiten, worin unter Anderm geſagt wird:„Die aus— gezeichnetſten deutſchen Poeten, wie Uhland, Immerman, Grillparzer(2) u. Frau Helmina v. Chezy, hätten Dem. Schebeſt(die in dem franzöſiſchen Blat te durchgängig Schebert genannt wird) in ihren Gedichten als die Wiederher— ſtellerin des wahren Geſangs u. der Tra— gödie in Deutſchland begrüßt.—Zu Caen
ließ ſich ein junger Menſch unter dem Na-
men Brief des Finders, wonach derſel— be mit der Summe ein Geſchäft be⸗ gründet hat, das Kapital einſtweilen als Anlehen behält, und es zu 6 Pro— zent in Quartalraten verzinſen will. Wirklich folgte nach zwei Tagen leben⸗ falls von unbekannter Hand) der Jah— resbetrag u. die Zinſen mit 1320 Frks. nach.— Die reichen Boutiquen ſind ſeit einigen Monaten ſehr den Dieb— ſtählen ausgeſezt, beſonders aber die Boutiquen der Juwelenhändler. Ele— gant gekleidete Betrüger begeben ſich in die Boutiquen der Juwelenhändler, und während der eine handelt, prakti— ziren die übrigen Juwelen u. Schmuk in ihre Taſche. Vor Kurzem wurden von Polizeibeamten zwei Juden und ihre Gattinen bei einem ſolchen Ve— trug ertappt und bis auf eine Jüdin, zum Gefängniß und zur Ausſtellung verurtheilt.— Das Journal général des Tribunaux erzählt, daß ein reicher Kapitaliſt ſeine Brieftaſche in einem Zephirienne-Kabriolet zurükgelaſſen hatte. Am andern Tage erhielt er ſie durch die Poſt zurük, fand aber nur die Schriften darin vorräthig, aber die
men eines andern prüfen, um dieſem das Bank-Villets von 12,500 Franken wa⸗
Baccalauregt in den ſchönen Wiſſen— ſchaften zu verſchaffen. Der Betrug wurde aber entdekt, und der junge Menſch wurde von den Examinatoren den Gerichten übergeben.— Ein Ge— fangener, der durch die Gensd'arme— rie nach Clermont geführt wurde, be— freiete ſich von ſeiner Kette u. wollte entfliehen; da er aber ſogleich ertappt wurde, verſchlang er eine ſo ſtarke Do— ſis von corroſſbdem Sublimat, daß er
ren herausgenommen worden. Der Kut— ſcher wurde arretirt und er gab das Geld heraus.— Bei einer Beraubung einer Bijouterie-Handlung kam eine im Hauſe wohnende Perſon in Ver— dacht; man ſtellte bei ihr Unterſuchung an und fand zwar keine von den ent⸗ wendeten Bijouterie-Waaren, aber vie— le andere Waaren.— In Betreff der Aufnahme von Findelkindern(enlans trouvés) ſind, die Aufnahme ſehr er⸗
nach einer Stunde ſtarb.— Ein Gips- ſchwerende neue ſtrenge Verordnungen
händler in Paris verlor vor einem Jahr eine Brieftaſche mit 2200 Frks. Vor Kurzem erhielt er einen anony⸗
und läſtige Formalitaͤten vorgeſchrie—
ben worden, damit die Zahl der Find—
linge ſich vermindern möge. Ein Agent


