Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
776
 
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776

Zeugniſſe ſich einen detrügeriſchen Er⸗ werb verſchafft haben.

Gotha. Eine Annonce aus dem Anzeiger:Ein, ein einträgliches Amt bekleidender Mann ſucht in ſeinen be ſten Jahren ſein, ſein Seyn verküm merndes, einförmiges Leben durch ein, ein einträchtiges Herz beſizendes Ehe weib zu verſchönern. Frankirte Brie⸗ ſe u. ſ. w.

Leipzig. Bei Rein liſt ein

Ameiſenkalender für 1838 erſchienen,

der bereits am 15. Nov. die zweite

Auflage erlebte.

Prag. Bei der am 4. Nov. ſtatt⸗ gefundenen Jubelfeier desDon Juan, hatte neben dem Kapellmeiſter Straub, Hr. Leukert, der bei der erſten Pro- duktion des Don Juan die Flöte im Orcheſter blies, den Ehrenplaz. Der greiſe Mann weinte als die Kourtine aufrollte und er die Büſte Mozarts ſah.

Koppenhagen. Die Armen li Dänemark bitten jezt Gott um häuft, ge Preßvergehen, da die Geldſtraft, nach der neueſten Geſezgebung, in ihre Kaſſe fließt.

Ulm. Ein penſionirter Finanz⸗ rath, C. H. E. Paulus zu Ulm, hat eine Brochüre von 66. Seiten geſchrie, ben, mit folgendem Titel u. Inhalt; Ueber die neue Theologie, Homöo pathie, Sonnenbau u. Landesverſchö nerung. Das iſt viel für 66 Seiten, und das Alles bei einander! das iſt noch mebr.

Nürnberg. In auswärtigen,

darunter auch Münchner Blättern wird

mit vielen Details erzählt, daß 1 Nürnberg, in einem, vom Rathhauſe

den unterirdiſchen Gang ein Schaz von neunzehn Millionen gefunden worden! ſei! Der Erfinder dieſer artigen Ge ſchichte hat es mit der Stadt Nürn berg gut gemeint, und ſie muß ihm wenigſtens für den guten Willen dank⸗ bar ſein; die Millionen finden ſich vielleicht ein andersmal.

Genre- Bilder. Nr. 6. u. 7. Häusliche Momente. g

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Wir übergeben heute unſern geehrten Abonnenten zwei Pariſer Genrebilder auf eln

mal, theils um das zufällig Verſäumte ſchleunigſt nachzuholen, theils weil beide Gemälde

gewiſſermaſſen ein Ganzes bilden, das ſich ſchwer trennen läßt. In LewaldsEuropa,

die ebenfalls diefe Genrebilder lieferte, finden wir hiezu folgende kurze, aber gelungene

Erklärung: ö

Die obere Szene zeigt den vollſtändigen Hausfrieden. Der junge liebenswürdige Künſt

ler wird von dem künftigen Manne ſelbſt eingeladen, das Haus recht oft zu beſuchen. Mit

welcher Sicherheit ſteht der Bonhomme in ſeinen geſtikten Pantoffeln da! Er ahnet nicht,

daß die, welche ihm die Pantoffeln geſtikt, hinter ſeinem Rüken die ſchelmiſchen Bllike

nach dem ſcheidenden Adonis richtet; er weiß es nicht, daß er unter dem Zeichen des ſtür⸗ zenden Hirſches ſteht. Er glaubt ſich ſo ſicher. Armer Mann!

Zweite Szene. Aermere Frau! Soll ein kleiner Fehltritt ſo gebüßt werden? Hu! wie er da ſteht, der Rächer! Gnade! Verzeihung! fleht ſie. Er donnert* tiſch wie der olympiſche Zeus. Welche Veränderung in den ſonſt ſo gutmüthigen Zügen Briefe ein Bild!Wie wird das enden? fragen meine Leſer. halb das Ende des Romans nicht bildlich, weil es zu alltäglich war. Nach Regen Sonnen⸗

ſchein. Die Leutchen verſöhnen ſich; die Frau verſpricht Alles, und Abends gehen ſie ins

Theater. Der Günſtling kommt nicht wieder in's Haus.

Je nun ich gab des⸗

Halbjähriger Preis 4. fl., mit freier Poſtzuſendung 8 fl. Auf Vellnpapler mit erſten Kupferabdrilken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M. Man pränumerirt im Komiſſlonsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb den Waſſerthors) in C. Millers und F. Tomalas Kunſthandlung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern,

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.

nach dem Duzendteiche ſich binteben