Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
768
 
Einzelbild herunterladen

768

die Orthoepie, als ein der Ausbrei⸗ tung der engliſchen Sprache im Wege ſtehendes Hinderniß anzuſehen. Doch dabei iſt der Verfaſſer nicht ſtehen geblieben: in der Etymologie, u. was das Vorzüglichſte iſt, in der Syntax, hat er die beſten und neueſten Origi⸗ nal⸗Werke fleißig und preiswürdig be⸗ nüzt, Alles aber ſo faßlich und klar vorgetragen, daß ſchwerlich ein Wunſch unbefriedigt bleibt. Gereiftere Schü ler ſowohl als Anfänger werden die Wahl dieſes Lehrbuches gewiß nicht zu bereuen haben. Bemerken müſſen wir noch, daß dieſe vierte Ausgabe gleich nach ihrem Erſcheinen an der Leipziger Handelsſchule, woſelbſt ein gelehrter Engländer ſeine Mutterſpra⸗ che lehrt, als Lehrbuch eingeführt wor⸗ den iſt. Der ſchöne, die Augen ſcho⸗ nende Druk auf milchweißem Papier empfiehlt die Grammatik wohl auch von dieſer Seite.(Zu haben in Hart⸗ lebens Buchhandlung in Peſth.)

Mignon ⸗Zeitung.

Paris. Nächſtens wird in der großen Oper ein ſehr vornehmer Teno riſt auftreten, der Vicomte Cadia, Sohn des Gouverneurs von Nizza, der ſich voriges Jahr in den erſten Salons der Hauptſtadt mit allgemeinem Vei⸗ fall hören ließ, und jezt mit der gro⸗ ßen Oper einen Kontrakt abgeſchloſ⸗ ſen hat.

London. Die Königin Victoria bat Mad. Dulcken(geborne Fräulein David aus Hamburg), zu Ihrer Pia⸗ niſtin ernannt. Mad. Dulcken war frü⸗ her Pianiſtin der Herzogin von Kent,

und hatte als ſolche dee Ehre, der Prinzeſſin Victoria Unterricht auf dem Klavier zu ertheilen.

Dresden. Hier hat man Hoff⸗ nung, an des Konzertmeiſters Rolla Stelle den berühmten Lipinsky zu ge⸗ winnen, ſo wie man neuerdings Aus⸗ ſicht hat, Vendemann für die dortige Malerakademie zu gewinnen.

Ofen.(Sskamotoriſche Vor⸗ ſtellungen.) Hr. Profeſſor u. Mechanikus Weiß aus Paris, deſſen eminente Kunſtlel⸗ ſtungen in allen Blättern nach Verdienſt ge⸗ rühmt worden ſind, gibt jezt gegenwärtig in unſerm großen Landhausſaale ſeine intereſ⸗ ſanten Vorſtellungen im Gebiete der Mecha- nik, Phyſik und Optik. Er überraſcht das ſtets volls Haus mit abwechſelnden Piecen u. ärntet immer den rauſchendſten Beifall. Leider verläßt er uns bald, da er auf nächſten Sonn⸗ tag und Dienſtag die lezten Vorſtellungen an⸗ kündigt. Möge doch jeder Freund der natür lichen Magle dieſe nicht verſäumenz!

Benefize.(Ofen). Die bereits ange⸗ kündigte Beneſize des beliebten Komikers Hrn. Seydl, die wegen eines ihn getroffenen un vorgeſehenen unfalls unterbleiben mußte, fin. det Montag, den 4. Dezember Statt. Gege⸗ ben wird das in Wien mit ſo vielem Beifalle aufgenommene Stük von J. Schickh. betitelt: Die Erfindung des Zufalls, oder:der Kampf des Glükes mit dem Verdienſte, Zauberſpiel mit Geſang in 3 Akten.

Modenbil d. Nr. 48. (Paris, 19. Nov.) 1. Atlashut(von zwei Seiten dargeſtellt). ueberrok von Atlas mit Aufſchlägen und Schleifen von Sammet. 2. Fanchon⸗Bonnet und Kleid von Organ⸗ die mit Valencienner⸗Spizen garnirt. Atlas⸗

ſchürze.

Halb jähriger Preis 4. fl., mit freier 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M.

Poſtzuſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrilken Man pränumerirt im Kommiſflonsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb

del Waſſerthors) in E. Millers und F. Tomalas Kunſthandlung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.