11 5 f a r Kunst. Eleganz und Mode.
2 Vebuler elbe gaug.
93. Mittwoch, 22. Novemb. 1837.
Die Thürme Aſinelli und Gariſendi ln Bologna, im f Auguſt, 1837.
(Aus dem Echo.)
„Wer da ſteht„der ſehe zu, daß er nicht falle A Alles in der Welt hängt von der rechten Richtung ab; aber Manchem läßt ein ſchieſer Druk oder Ruk auch nicht übel. Ob die ſchiefe Richtung der Thürme Aſinelli und Gariſendi zu den erfreulichen gehöre, iſt ſehr proble— matiſch: gewiß iſt dagegen, daß Italien ſie unter ſeine ſieben“) berühmten Thürme und Bologna ſie unter ſeine Hauptzierden zählet. l Ich für meinen Theil ſtelle ſie mit dem Schwerdte des Damokles unter eine Linie. Wenn Sir John Malcolm's redſeliger Reiſegefährte auf den Ge⸗ ſandtſchaften nach Perſien in den Jahren 1800-1810 von den Minarets der Moſcheen Kaladun zu Iſpahan behauptet, daß ſie wanken, ſobald Jemand hin⸗ aufſteigt und oben ſich hin- und herſchaukelt, daß ſich dieſes Wanken ſogar auf 40 Fuß Entfernung von einem Minaret zum andern mittheile: ſo laſſen wir dies als einen ergözlichen Schwank aus tauſend und einer Nacht gelten und jene gemauerten Palmen, die ſchlanken orientaliſchen Thurmſäulen, im Geiſte vor uns tanzen, ſo viel ihm und uns beliebt.— Wenn man aber go⸗ thiſche Feſtungs-Thürme vor ſich hat, welche in nakter Wirklichkeit ihre maſſi—⸗ ven Rieſenleiber im Winkel von 36 Graden hinneigen, da wendet man ſich mechaniſch von der Seite hinweg, welcher die bedenkliche Verbeugung gilt. Derlei Ungethüme aus der eiſernen Zeit ſind an's Komplimentiren nicht ge⸗ wohnt, und ſtolpern ſie einmal, ſo ſtürzen ſi uch. Der Boden unter ihren
) Venedig 1.— Cremona 1.— Modena 1.— Florenz 1.— Piſa 1.— Bologna 2.


