720
durchwandert. Hier metamoephoſirt ſich faſt Alles; überall wird gehämmert und gezim— mert u. allenthalben entfaltet ſich elne Pracht und ein Luxus, wie man nur auf den erſten pläzen der Reſidenz Aehnliches findet.— Man wird ſich erinnern, daß Hr. peter Fi ſcher, bürg. Zukerbäker in Peſth, auf dem Servi tenplaz, unter dem Schilde„zur Hebe“, vor etwa 14 oder 1s Jahren hier der Erſte war, der vor ſeinem Verkaufsladen eine ſo⸗ genannte Portal Auslage errichten ließ. Ihm blieb alſo das Verdienſt, den erſten Impuls hiezu gegeben zu haben, und er fand auch wirklich bis auf den heutigen Tag viele Nachahmer. Aber während nun die Ausla— cen Anderer, einem jüngeren und raffinirtern Geſchmake angehörend, noch immer den Reiz der Neuheit bewahren, iſt Herrn Fi ſchers 15, jähriges Portale vom Zahn der Zeit an⸗ getriffen und veraltet geworden, ſo daß hier nun wieder eine umwandlung nöthig wurde. Dieſe umwandlung iſt jo eben total vor ſich gegangen. Der Hebe gebührt ja vor Allen ein junges und feiſches Anſehen! Hr. Fiſcher ſcheute keine Koſten, um ſeinem Verkaufladen einen neuen Prunk u. einen friſchen Glanz zu verleihen, daß er nun in unſern Staaten viel— leicht unübertroffen in ſeiner Art daſtehen dürfte. Die Straßenſeite des Ladens mit ihren hundertfältigen Spiegeln und ihren ſo zierli— chen, ſinnreichen und appetitlichen Dingen, mit ihren herrlichen Einfaſſungen und Rah⸗ men, ihren in Feuer vergoldeten Stäben, aus deren Mitte die ſo reizend gemalte Hebe uns grazibs lieblich anlächelt, bietet ſchon einen impoſanten Anblik dar; aber noch mehr dürfte man überraſcht werden, tritt man in das Innere, in das„Heiligthum der Süßigkeiten“ ein. Zwar ſind die Arbeiten da— ſelbſt noch nicht vollendet(was erſt in eini— gen Wochen geſchehen dürfte), aber ſo viel wiſſen wir, daß hier Eleganz, Geſchmak ud Bequemlichkeit in ſchönſtem Einklange regie⸗ ren werden, daß der Total-Eindrut des Gan— zen ein hoͤchſt angenehmer ſein wird, u. daß dieſe Lokalität zu den vorzüglichen Zierden unſerer Stadt zu zählen ſein wird. Bemerken müſſen wir noch, daß Hr. Fiſcher auch eine Art Konverſationszimmer einrichtet, woſelbſt,
—
nebſt Erfriſchungen aller Art, auch eine Aus. wahl der geleſenſten Zeitungen und Journale zu finden ſein wird.
1——
Morelly. Morgen, Sonntag, findet die lezte Redoute in dieſem Jahre ſtatt, wobei Hr. Franz Morell das Orche⸗ ſter perſonlſch dirigiren wird. Herr Morelly wird neue, zu dieſem Ballfeſte eigends kom ponirte Walzer:„Peſther Frohfinns, Blüten“ vortragen, und auch die mit ſo vielem Bel⸗ falle aufgenommenen„Toaſtwalzer“ wieder⸗ holen.— Dieſe Redoute wird ohne Zweifel 7 glänzender als die vorhergegangene aus- allen.
Mechaniſch optiſche Kunſtvor⸗ ſtellung. Die erſte Vorſtellung des mecha⸗ niſchen Künſtlers Hrn. Weiß aus Paris im Chur fürſtenſaale(am 9. d. M.) war zahl⸗ reich beſucht. Die Leiſtung, die ſich eben ſo. wohl durch überraſchende Coups, als durch Neuheit und originelle Invention auszeichne⸗ te, erhielt lebhaften Beifall. Heute iſt die zweite Vorſtellung.
—
Gaſtbau s. Wer angenehm und billig ein gutes, ſchmakhaftes Diner oder Souper einnehmen wlll, der findet im neu eroͤffneten, elegant und ſplendid eingerichteten Gaſthaus⸗ Lokale„zum Sperl“ des Herrn Joſeph Pat ach ich kleine Schiffgaſſe in Peſih, volltommene Befriedigung. Die Speiſen ſind gut zubereitet, die Getränke ächt und die Be— dienung freundlich und prompt.
Ofen. Montag, den 13. Nov.„ zum Vortheil des Komiters Herrn Joſ. Seydl, „Der Kampf des Glükes mit dem Verdienſte, oder: die Erfindung des Zufalls.“ Zauber- mährchen mit Geſang in drei Akten, von J. Schickh. Mufik v. Kapellmeiſter E. Stolz. Dieſe Poſſe fand in Wlen großen Beifall; dies und die allgemeine Beliebtheit des Bee neſizianten laſſen eine reiche Theilnahme er · warten.
Joh. Krajtſovits in Peſth (Waiznergaſſe, im von Mocſonyſchen Hauſe) empfiehlt viel Schönes zu Damen⸗Mänteln, verſchiedene andere Herbſt⸗ Stoffe, Thibets, Tryſolin, Möbl-Perkals, Band de. um a u f⸗ fallend billige Preiſe.
Modenbil d. Nr. 45.
(Paris, 29. Oktob.) Die Dame. Sammethut à la reine. Mantelet u. Kleid von Sammet mit Chinchilla garnirt.— Er⸗ ſte Kinder anzuge für den Wen ter. 1. Sammethut mit Federn. Sammetkleid mit Marder garnirt.— 2. Pluchehut. Man⸗ telet v. Atlas mit Schwanenfedeen garnirt.
Halbjhrlger Preis 4. fl., mit freier Poſtzuſendung 8 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdeilken
5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M. des Waſſerthors) in C. Millers
— Man pränumerirt im Kommiſſtonsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb und F. Tomalas Kunſthandlung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


