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ſcheinen anfing. Da gingen Andere schläfrig zu Vett, nicht ſo v. Cuſſy; er begab ſich nach dem Fiſchmarkte, beſah ſich die ſchönſten Fiſche u. merk⸗ te, wer die delikateſten und theuerſten kaufte. So erfuhr er, wohin er zu Tiſche zu gehen habe. Seine Freunde haben beſchloſſen, ihm die Grabſchrift auf ſein Grabmal ſchreiben zu laſſen: Cl-git de Cussy, La première Fourchette de Paris.
Buntes aus London. Auf den Landſizen des engliſchen Adels bie⸗ ten ſich uns oft noch Szenen dar, aus denen der Glanz, Reicht hum und die Macht der engliſchen Ariſtokratie her— vorleuchten und die uns in die Zeiten des Mittelalters verſezen, wo der Ba— ron, von ſeinen Lehnsleuten umgeben, auf ſeiner Burg unabhängig wie ein König herrſchte. Eine ſolche Szene wird von dem Aberdeen Herald darge— ſtellt. Donnerſtag den 5. Ok tober, er— zählt derſelbe, wurden von Lord Had⸗ dak, dem älteſten Sohne des Lord Aberdeen, der an dieſem Tage volljäh⸗ rig geworden war, an 1000 Gäſte auf ſeinem Gute bewirthet. Ein 180 Fuß langes und 54 Fuß breites Zelt war oben auf dem Hügel errichtet, u. darin Tafeln für ſämmtliche Gäſte gedekt; 500 Pachter kamen zu Pferde in einem Zuge und von einem Muſikkorps be⸗ gleitet von Methlie nach Haddak houſe; bei der Ankunft des Lords wurde ein aufgeſtelltes Geſchüz abgefeuert u. der Lord mit dem größten Enthuſiasmus empfangen.— Bei der neulichen Er⸗ öffnung der Londoner Jury erregte die Entſchuldigung eines Geſchwornen das Gelächter der Anweſenden. Dieſer näm⸗ lich, ein Tanzmeiſter, erklärte, daß, weil er in 36 Penſions-Anſtalten Un⸗ terricht zu geben habe, er ſeine Pflich— ten als Geſchworner nicht erfüllen kön⸗
ne, ohne die größten Nachthelle für ſich ſelbſt u. noch mehr für ſeine Schü⸗ ler und Schülerinen zu haben, die, wenn ſie acht bis zehn Tage ohne Ue⸗ bung blieben, Alles was er ſie gelehrt, wieder verlernen könnten. Der Rekor⸗ der hat die Reklamation dieſes Die⸗ ners der Terpſichore zwar angenommen, aber nicht als Entſchuldigung, ſondern ſeinen Namen aus der Liſte der Ge⸗ ſchwornen geſtrichen.— London iſt die größte und reichſte Stadt der Welt es nimmt einen dicht mit meiſtentheils drel⸗, vier- bis fünfſtökigen Häuſern beſezten Flächenraum von 32 Quadrat- meilen ein, und enthielt im J. 1851, wo die lezte offizielle Zählung vorge— nommen ward, 1,471,941 Einwohner. (Jezt ſollen bereits nicht mehr viel von 2 Millionen fehlen.) Es beſteht aus der eigentlichen Stadt London(Alt⸗ ſtadt, City), aus Weſtminſter(Stadt), Finsbury, Marylebone, Tower⸗Ham⸗ lets(Tower⸗Fleken), Southwark und Lambeth. Im vorlezten Jahre liefen im Londoner Hafen 3786 britiſche Schif⸗ ſe u. 1280 fremde Fahrzeuge ein; von jenen gehörten, den Eintrags verzeich⸗ niſſen zufolge, 2668 London an, mit 52,736 Seeleuten. Die London⸗ Docks bedeken einen Flächenraum von 20 Acres(1 Aere oder Morgen iſt 40 engl. Ruthen lang u. 4 engl. Ruthen breit, oder S 4840 Quadratellen); die Weſtindia-Docks einen ſolchen von 51 Acres und die St. Katharine's-Docks einen von 24 Acres. Durchfchnittlich ſind im Tage 5000 größere oder klei⸗ nere Fahrzeuge und 3000 Boote, die 8000 Schiffleute und 4000 Arbeiter beſchäftigen, auf der Themſe. London allein bezahlt etwa ein Drittheil der ganzen Fenſterſteuer im Lande. Der Detailverkäufer oder Ausſchenker von geiſtigen Getränken u. Vier ſind über 10,000; während die Verkäufer des „täglichen Brods“, d. h. die Baker,


