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Kalabrien, anſe hen.“
— Sollte man nicht glauben, der Englaͤnder habe das
Buch des deutſchen Italophagen abgeſchrieben? Nur Eins vermiſſen wir
in dieſer Darſtellung: die kleinen behenden Geſellſchafter, die unſer
Lands⸗
mann in jedem italieniſchen Gaſthauſe angetroffen hat, und von deren unan⸗ genehmer Zudringlichkelt er gar nicht genug zu erzählen weiß.
Auflöſung des Scherz-Räthſels in Nro. 88: Peter wardein.
Ansichten. Urtheile. Begebnisse.
Theater.
Frankfurt. Am 26. Oktober erſchien Dem. Vial, k. k. Hofopern⸗ ſängerin, als Norma auf hieſiger Vüh⸗ ne. Eine ſchöne Geſtalt, eine friſche, runde, wohllautende Stimme und ein ſehr geſchmak voller, kunſtgerechter Ge⸗ ſangsvortrag bilden die bedeutenden
Vorzüge dieſer Künſtlerin, die nur durch eine Beweglichkeit im Spiele, welche eben nicht als Attribut der Gra— zien gelten kann, in Schatten geſtellt werden. Unſere fleißige Kratky als Adalgiſa und Hr. Dettmer(Operprie⸗ ſter) gewannen ſich verdienten Beifall.— Hr. Kreipel, vom Peſther Theater, ſang den Sever als Gaſt und als An⸗ fänger, der, unſeres Erachtens, noch manche Kunſtſtufe erklimmen muß, um einem Frankfurter Publikum genügen zu können.
Mignon⸗Zeitung.
München. Man lieſt in eini⸗ gen baier'ſchen Blättern:„Unter den jungen in München anweſenden Schrift⸗ ſtellern regt ſich endlich ein einträch⸗ tigerer, mehr zuſammenhaltender Geiſt, nachdem ſie zur vollſten Ueberzeugung gelangten, daß vaterländiſche Talente ſich ſelbſt unter die Arme greifen müſ⸗ ſen. Wir dürfen mit Be ginne des neuen Jahres unter der jungen, baieriſchen
Schriftſtellerwelt das Aufblühen vor⸗ theilhafter Pläne, durch Herausgabe mehrerer Werke u. Reform der verſau⸗ erten Münchener Journaliſtik erwar- ten. Es haben ſich zu dieſem Zweke ſchon mehrere, theils anonyme, tüch⸗ tige Leute aus den wiſſentſchaftlichen ſowohl als belletriſtiſchen Zweigen ver⸗ bunden, um zu zeigen, daß unſerer Literatur wohl mehr Würdigung und Aufmunterung gebührt, als ihr ge⸗ ſchenkt wird.“ 5
Augsburg. Als Sir Robert Peel von der Höhe des Nathhauſes in Augsburg herab die Stadt überſchaute, ſoll er aus gerufen haben:„Dies iſt die prächtigſte Stadt Deutſchlands!““ (That's the most magnificent town of Germany.) Es liegt etwas Conſer⸗ vatives in dieſer Verehrung unſe⸗ rer uralten Stadt.
Dresden. Hr. Vieurtemps gab hier ein Konzert bei leerem Saale! Ein zweites hat er angekündigt; möch⸗ te er hier beſſer ſeine Rechnung fin⸗ den! ſein wundervolles Spiel verdient es mindeſtens.
Wien. Hier werden der Waſſer⸗ freunde täglich mehr. In öffentlichen Gaſthäuſern ſind häufig ganze Tiſche nur mit großen Waſſerflaſchen beſezt. Die Wirthe ſind etwas verdrießlich dar⸗ äber, doch ſind ſie durch den Gedanken beruhigt, auch das Waſſer, dieſe wohl⸗


