Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
705
 
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piegel fu Kunst. eiae und Mode.

Lebulet Sebegaug.

89. Mittwoch, 8. Novemb. l 1837.

Die Bettler in England.

(Beſchluß.)

Noch eine andere Gattung ſind diebekinderten Bettler, wie ich ſie nennen möchte. Dieſe ſind zwar, ſeit die neue Polizei in Wirk ſamkeit getre⸗ ten iſt, etwas ſeltener geworden, doch gibt es ihrer noch immer genug, wenn ſte gleich nicht mehr, wie ſie ſonſt zu thun pflegten, ſich an einen beſtimmten Ort hinpflanzen, und dort ſizend vom Morgen bis zum Abend mit ihrem Gewim⸗ mer das Mitleid der Vorübergehenden zu erregen ſuchen dürfen. Gewöhnlich ſind es Weiber mit mehreren kleinen Kindern, die ſie von den Eltern um eine gewiſſe Summe miethen, um ſie für die ihrigen auszugeben. Hunger und Kälte macht die Kleinen natürlich ſchreien; wenn ſie aber zum Verdruß der Bettlerin dennoch munter ſind, ſo werden ſie gekniffen und oft wohl gar noch ärger beſchädigt, um durch ihr Wehklagen gutherzigen Leuten das Geld aus der Taſche zu loken. Nur höchſt ſelten dürſte es der Fall ſein, daß den Wei⸗ bern die Kinder wirklich gehören. Noch verruchter aber iſt es, daß leztere oben⸗ drein, ſobald ſie dazu tauglich ſind, meiſtens auch zum Taſchendiebſtahl abge⸗ richtet werden, ſo wie beſonders dieHolzhändler eben nicht gern etwas lie⸗ gen laſſen, das ihnen in den Weg kommt.

Die Zahl der ſogenanntenValladenſänger hat ebenfalls in den lezten Jahren durch Einmiſchung der Polizei ſehr abgenommen. Ein nicht geringer Theil derſelben beſteht gegenwärtig noch aus unſern werthen Lands männinen vom Rhein, die zwar urſprünglich gewöhnlich alsVeſenmädchen nach Eng⸗ land gehen, demnächſt aber, wenn ihre Beſen keinen guten Abſaz finden, ſich allerlei Nebenerwerb ſuchen, wozu 50 du lieber Autzuſtin ihnen eine Zeit lang ſehr behilflich war. Als Miß Love mit dieſer Melodie, der bekanntlich ein engliſcher Teyt:buy a broom, unterlegt worden iſt, auf dem Theater Furor machte, regnete es manche Sechspennyſtüke für die Beſenmädchen in ben