Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
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Sängerin Dem. Löwe ward mit 6000 Thaler jährlich aufs Neue engagirt. Im Schauſpiel gaſtirt Hr. Jerrmann als Lear, Nathan, Shylock u. ſ. w.

Mignon⸗ Zeitung.

Buntes aus London. Bei einem einzigen Gaſtmahle, welches am 18. Juni, dem Jahrestage der Schlacht bei Waterloo, vom Herzoge von Wel lington gegeben ward, betrug der Werth der aufgeſtellten goldenen und ſilbernen Geſchirre gegen 4 Millionen Gulden. Man berechnet den Werth aller in Lon⸗ don vorhandenen Juwellen, Gold- und Silbergefäße, gegen fünft halbhundert Millionen Gulden. Der Reichthum vieler Perſonen in England, der Her zoge von Bedford, von Northumber⸗ land, von Devonſhire u. a., iſt ſo groß, daß jeder von ihnen im Stande wäre, manche europäiſche Staatsſchuld allein zu tilgen. Der neueſte ſo eben hier erſchienene Roman Edward Lytton Bulwer's heißtErneſt Maltravers, und das deutſche Publikum hat ſich da⸗ für bei dem Verfaſſer beſonders zu be⸗ danken. Bulwer hat nämlich dieſen Roman dem deutſchen Volke gewidmet, und zwar nicht etwa des Inhalts we gen dieſer iſt von ganz gewöhnli⸗ cher fafhionabler Art, ja, die Erzäh⸗ lung ſpielt nicht einmal in Deutſch⸗ land ſondern aus reiner Dank bar keit. Bulwer hat von der Verehrung erfahren, die das deutſche Publikum für ihn hegt; er hat erfahren, daß mehrere ſeiner Novellen viermal ins Deutſche überſezt worden; er hat er

fahren, in Deutſchland ſei ſein Name eine ſolche Autorität, daß man ſich deſſelben ſogar bediene, um deutſchen Produkten, die(wie dieZeitgenoſ ſen) recht gut auf eigenen Füßen ſte⸗ hen könnten, ein größeres Publikum zu verſchaffen, und aus Erkenntlich

keit fur ſo unetwa tete Auszeichnung widmet er den Deutſchen ſeinen neue ſten Roman. Die Widmung lautet: Dem großen deutſchen Volke, einer Nation von Denkern und Kritikern, einem ausländiſchen, aber verwandten Publikum, das ſo tiefen Urtheils, nachſichtig im Tadel, großmü⸗ thig in der Anerkennung iſt, hat die ſes Werk gewidmet, ein engliſcher Schriftſteller. Der junge Schau⸗ ſpieler Kean, der Sohn des bekannten Bühnenhelden, ſcheint das Genie ſei⸗ nes Vaters geerbt zu haben, und er regt in der Londoner Kunſtwelt unge- meines Aufſehen. Er iſt für die näch⸗ ſte Saiſon im Drury-Lane engagirt, und erhält für 40 Vorſtellungen 2500 Pfund Sterling. Nach den engli⸗ ſchen Geſezen gehört Alles, was unter der Erde gefunden wird, dem Monar⸗ chen. In der Nähe von Lewisham fand kürzlich ein Taglöhner beim Graben in einem Garten zwei Häfen mit 454 Goldſtüken, aus den Zeiten Karls J. und Jakobs I., im Schäzungswerth von 454 Pfd. Sterl., und ſtellte ſie dem Gartenbeſizer zu. Von den Aſſi ſen wurde der Fund der Königin zuge⸗ ſprochen, jedoch die Hoffnung geäußert, daß der Taglöhner für ſeine Redlich⸗ keit belohnt werden würde. Glasgow. Am 2. d. M. iſt hier der erſte Stein zum Denkmal für Wal⸗ ter Scott gelegt worden; dieſer Stein führt folgende Inſchrift:Dieſe Säu⸗ le, eine geringe Schäzung für das An- denken von Sir Walter Scott, Baro net, iſt errichtet durch die Bürger von Glasgow, damit dieſelbe zeuge von ihrer Bewunderung ſeines Genies von ihrem tiefen Gefühle von der Ehre, die ſein Name ſeinem Vater⸗ lande macht, und von ihrer Dank bar keit für den angenehmen Genuß, den ihnen ſeine Schriften verſchafften. Die⸗ ſer Grundſtein ward gelegt durch den