Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
673
 
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Kunst, Eleganz und Mode.

Vehbuter Hebeg aug.

85. Mittwoch, 25. Oktob. 1837.

Hunger und Liebe.

Abeutenuer eines engliſchen Marineoffiziers.

Ich habe die Ehre, jenem Amphibiengeſchlechte anzugehören, das man See ſoldaten nennt, das heißt, ich rübme mich einer Anſtellung in dem ſehr edlen, ſehr alten und äußerſt glänzenden Korps der königlich großbritanniſchen Ma⸗ rinetruppen. Zur Zeit, da dieſe Erzählung anfängt, hatte ich das Unglük, an Bord eines der Schiffe verwendet zu werden, die während der Belagerung von Oporto als Beobachtungseskadre im Duero aufgeſtellt blieben. Wenn ich ſage Unglük, ſo heißt das nicht etwa, daß ich mich über Admiral oder Kapi⸗ tän zu beklagen gehabt hätte, unter deren Befehlen ich ſtand, und noch weni ger wahrhaftig über meine Kameraden, denn ſchwer dürfte man beſſere Waffen⸗ brüder und tapferere Leute finden: ich meine die Stadt und ihre Bewohner, und daß ich ſo gar ſelten Gelegenheit fand, meine glänzende Uniform zu zei gen, und den noch glänzenderen Offizier, welchen ſie einſchloß. Ueberdies hat ten wir nicht einen Augenblik Ruhe; und wenn auch Sonntags während des Waffenſtillſtandes, welchen die Migueliſten und ihre Feinde dann immer ein treten ließen, ſchöne Damen an Fenſtern und auf Spaziergängen ihre Reize entfalteten, ſo war man doch ſicher, überall ſo viele Nebenbuhler zu treffen, welche ſich um einen Blik ihrer Augen ſtritten, daß ich mir gar nicht die Mühen geben mochte, ganz ſo liebenswürdig zu ſein, als ich, ohne mir zu ſchmeicheln, wohl gekonnt hätte.

So entbehrte damals der große Feldherr ſelbſt, der jezt zu ſeinen Vaͤ⸗ tern verſammelt iſt, der Geſellſchaft ſeiner ſchöͤnen Gemahlin, und ſei es, daß er ſich des halb einigermaſſen zerſtreuen oder ſeinem Anhange mit gutem Beiſpiele vorangehen wollte, jedenfalls kann ich verſichern, daß er einer meiner furchtbarſten Nebenbuhler war, und daß es in der ganzen Stadt auch nicht ein hübſches Geſicht gab, dem er nicht gehuldigt hätte. Ebenſo war der Marquis