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Kunst, Eleganz und Mode.
Ve buter Hebe gang 5
S3. 5 Mittwoch, 18. Oktob. 2 . 4 1
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(Fortſezung.)
Lachen Sie nicht, mein Herr, ſagte der Lieutenant, Sie kennen den eige— nen Zauber dieſer Frauen nicht, und diejenige, von der ich ſpreche, war ſo ſchön, daß ſie zu ihren Anbetern die höchſten Perſonen zählte. Aber greifen wir der Erzählung nicht vor. Ich will ſie nicht mit der Liebe eines Europäers zu ei⸗ ner Sklavin unterhalten: der Herr begehrt und es wird ihm Gehorſam ge— leiſtet; Proſper verfuhr anders. Er wollte eine andere Empfindung als Furcht einflößen, er begehrte etwas Anderes als Gehorſam, er wollte gefallen, und es wurde verabredet, daß die Thüre ihrer Negerhütte ihm offen bleiben ſollte; unſtreitig ein übertrübenes Zartgefühl, weil dieſe Thüre, auf den Befehl des Herrn ſich öffnet oder ſchließt, und die Sklaven ſich blos zu fügen hat Was ſoll ich Ihnen ſagen, mein Herr, Ludwig und Proſper begegneten ſich auf der verhängnißvollen Schwelle, beide zornmüthig, ſto„% entflammt von Liebe, und beide entbrannt von der Hize der Jugend und des Klima's; ver⸗ muthlich will keiner weichen und zurüktreten; ſie reizen vermuthlich ei nander, ſie.... Das Genauere dieſes ſchreklichen Trauerſpiels hat man nie erfah⸗ ren, den andern Morgen aber beide in ihrem Blute ſchwimmend, und einen von dem andern ermordet gefunden; die Hütte der jungen Negerin war leer, Iſabelle war verſchwunden und man hatte nichts weiter von ihr gehört; a em Anſchein nach hatte ſie die Kolonie verlaſſen und ſich auf einem nach Frank⸗ reich oder England ſegelnden Schiffe eingeſchifft.
Ich vernahm dieſe betrübte Nachricht mit den traurigſten Details; man meldete mir, daß das Verbrechen, welches mir zweier Brüder beraube, nur den Schlachtopfern ſelbſt zugeſchrieben werden könne; man hatte beide neben einander liegend gefunden und beide die Hand verwikelt in dem Griff der bru⸗
dermörderiſchen Waffe, die den Tod gegeben hatte.


