Kunst. Eleganz und Mode.
Vebuter Habe qaug 5 2
82. g 5 Sonnabend, 14. Oktob. 5 1837.
n bee.
Ich war 1820 dritter Schreiber bei einem Notarius in Paris und theilte meine Zeit zwiſchen den Klienten meines Herrn und meiner Reitluſt, oder Reit— wuth vielmehr, von der ich damals befallen war. Je ſeltſamer die Leidenſchaf⸗ ten ſind, um ſo feuriger ſind ſie auch; mir war wenigſtens zwei Jahre lang ein kleiner Fuchs von unbekannter Abkunft eben ſo lieb, als einem Araber die Stute, deren Stammbaum in den Ställen des Propheten beginnt. Sobald ich das Geſchäftszimmer nur auf eine Stunde verlaſſen konnte, eilte ich in mei— nen kleinen Stall zu Brillant; ich ſtriegelte ihn, rieb ihn ab und ſah ihn freſſen. Sonntags war ich des Morgens um ſieben Uhr ſchon auf ſeinem Rü— ken und das arme Thier fing ſeinen Werkeltag an, der vor zehn oder eilf Uhr Abends nicht endete. Im Dezember endlich gab mir das Weihnachtsfeſt die nö— thige Zeit, mich einige Tage hinter einander meinem Lieblingsvergnügen zu überlaſſen und den 24⸗ſten war Brillant neu beſchlagen und geſchärft.
Den folgenden Tag machten wir uns dann, Brillant und ich, ber einer ſcharfen und ſtrengen Kälte auf den Weg nach der Ebene Saint-Denis; ich liebte dieſes flache Plateau ſehr, wo ich mit meinem Pferde alle mir beliebigen Gangarten machen konnte; Gangarten, welche ſo wechſelten, wie die Phan— taſien, mit welchen ich meine einſamen Spazierritte verſchönerte: bald war ich im Begriff eine Infantin zu befreien, und der geſtrekteſte Galopp genügte meinem Eifer noch nicht; bald dachte ich mir, daß eine Schloßfrau, den Fal— ken auf der Hand, mir zur Seite reite, und richtete Brillant's Schritte nach dem anmuthigen Paß ihres Zelters ein. So ritt ich durch Stains, das im 16⸗ten Jahrhunderte dem Hauſe de Thou gehörte und deſſen Schloß Hierony⸗ mus Napoleon bewohnte; durch Pierrefitte, Saint-Vrice, dem ein Biſchof, Nachfolger des heiligen Martin, den Namen gegeben hat, und dem beim Aus⸗ gange aus dieſem Dod fe abwärts gehenden Wege folgend, kam ich nach Moi


