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ler d..(Lady) und Hrn. Nötzl(Prä⸗ ſident), die ihre Rollen wahrhaft künſt— leriſch auffaßten und durchführten.— Am 28. gab Hr. Fürſt den Karl Moor mit geſteigertem Beifalle zur zweiten Gaſtrolle. P.
Mignon⸗Zeitung.
Buntes aus Paris. Eine, durch ihre Vorliebe für Vögel bekannte italie— niſche Dame kam neulich mit vier gro— ßen Käfigen in den Tuilerieengarten, und ließ aus denſelben 200 Vögel, ei— nen nach dem andern, auffliegen. Die- ſe Unterhaltung ſchien nicht blos ihr, ſondern auch dem Volkshaufen, der ſich um ſie verſammelte, großen Spaß zu machen.— Die Gemeinde Jognes, im franzöſiſchen Departement Loire und Cher, verlor kürzlich einen Prozeß we— gen eines Grundſtükes, deſſen Beſiz ſie zweien ihrer Einwohner ſtreitig mach⸗
te. Das Grundſtük iſt 50 Frks. werth, und die Prozeßkoſten, welche die Ge— meinde zu bezahlen hat, betragen 1500 Franks.— Der amerikaniſche Reiſende Morell hat dem Marinemuſeum in Pa— ris die vollſtändige Rüſtung eines be⸗ rühmten Häuptlings der Sandwichsin—⸗ ſeln, nebſt einem merkwürdigen Zelt aus Baumrinde, zum Geſchenk gemacht. — Ein merkwürdiger Rechtsfall machte unlängſt den Zivilgerichtshof von Pa— »ris zu einer Art Blumiſtenverſamm⸗ lung: eine Hortikulturfrage, welche ſehr viele Blumiſten und Gartenkünſt— ler als Zuhörer herbeizog. Ein ge— wiſſer Herr Jamin nämlich hatte von einem ihm gehörigen Stük Land an einen Herrn Tavernier, der Blumen— gärtner war, ungefähr 200 Toiſen ver— mietet. Der Pacht lautete bis zum Jahr 1860. So lange der Abnehmer ſelbſt am Leben war, fand der Ver— miether niemals Urſache zu Beſchwer— den. Nachdem aber Mad. Tavernier die
Direktion des abgepachteten Landſtrichs übernommen hatte, fand dieſe wür— dige Dame für gut, anſtatt ihre Blu⸗ men, wie alle Gärtner pflegen, in die Erde zu ſezen und ſo auf den Markt zu führen, vielmehr die vortreffliche Erde dieſes Vodens ſelbſt in große und kleine Aeſche zu thun, und dieſe an ſolche Blumiſten, welche guten Lan—⸗ des bedurften, um hohe Preiſe zu ver⸗ kaufen. Auf dieſe Weiſe waren nach und nach über 4000 Töpfe mit Erde von dem Terrän des Hrn. Jamin nach Paris gewandert, woraus eine Lüke entſtanden war, die bis in den Nadir der Erde zu reichen drohte. Es er⸗ ſcheint der Leztere als Kläger vor Ge—⸗ richt, behauptend, dieſes heiße Je⸗ manden ſeinen Grund und Boden ſteh— len, und auf dieſe Art ſei kein Menſch mehr ſeines ſicherſten Beſtzes ſicher. Die Behörde verordnete eine Urterſu⸗ chung des Thatbeſtandes an Ort und Stelle, welche wahrſcheinlich zu Un⸗ gunſten der erfinderiſchen Madame Ta⸗ vernier ausfallen und derſelben ver⸗ ſchiedene Entſchädigungskoſten verurſa⸗ chen wird.— Meyerbeer's neue Oper ſoll im Dezember mit großer Pracht ausgeführt werden. B. Berlin. In der Berliner(Voſ⸗ ſichen) Zeitung, Nro. 214, findet ſich folgende Anzeige:„Zur gütigen Be— achtung. Es geht die Sage, ich ſei geſtorben. Meinen geehrten Gönnern zeige ich aber an, daß ich noch bedeu— tend lebe, und Chally, Thibet, Me⸗ rinos und Cirkaſſienne ſo wunderſchön färbe, daß ich für gute Arbeit garan- tire. Der Färber B. Wolffenſtein, Poſtſtraße, Nro. 12.“ F. New⸗MYor k. Der bekannte ame⸗ rikaniſche Schriftſteller Cooper, hatte ſeinen Nachbaren in Copperſtown das Recht ſtreitig gemacht, auf einem Theil ſeines Grundbeſizes Pickenicks zu hal⸗ ten; das Volk hielt hierauf eine Ver⸗


