Kunst. Eleganz und Mode.
Ve butter Hebrg iq.
78. Sonnabend, 30. Sept. 1837.
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Der Bandit der Abruzzen.
(Beſchluß.)
Im Augenblike, wo er den Fuß auf die Erde ſezte, erſchien Palmieri (denn er war es, wie der Leſer wohl ſchon errathen haben wird) auf der Thür⸗ ſchwelle und nahm ihn auf die edelſte und verbindlichſte Weiſe auf. Er hatte jezt ein anderes Koſtume. Er trug einen mit Seide gefütterten und mit Sil⸗ ber geſtikten Sammtrok.— Ich bin Ihnen vorausgeeilt, ſagte er, Sir Wil⸗ liam die Hand freundſchaftlich drükend, um Sie unter meinem Dache bewir— then zu können. Ich war gewiß, daß Ihr Paß Sie geſund und wohl hierher— führen würde.
Es iſt nicht nöthig, die Dankbarkeit Sir Williams zu ſchildern, der am Ende des Abendeſſens, ein wenig exaltirt von den ausgeſuchten Weinen, die er in reichem Maße genoſſen, es wagte, ſeine Verwunderung darüber aus zuſprechen, daß ein Mann mit ſo vielem Zartgefühl die Laufbahn des Ver— brechens betreten habe.
Genug, erwiderte Palmierie lebhaft und mit flammenden Augen, das iſt nicht Ihre Sache. Nicht ein Wort mehr, ich bitte Sie; ich habe Sie ge⸗ troffen; Ihr Anſehen und Ihre Manieren haben mir gefallen und ich habe Sie gerettet. Morgen bei Tagesanbruch werden Sie ſich mit einer Eskorte wieder auf den Weg begeben und Gott möge Sie geleiten. Sagen Sie nichts von dem, was zwiſchen uns vorgefallen. Leben Sie wohl.
Am folgenden Tage begleiteten die Räuber Sir William bis auf die Landſtraße, wünſchten ihm eine glükliche Reiſe und verließen ihn, ohne ir— gend eine angebotene Belohnung von ihm annehmen zu wollen.
Wir wünſchten noch andere Züge aus dem Leben dieſes merkwürdigen Menſchen anführen zu können; aber dieſer Artikel iſt ſchon lang und wir ſind gezwungen, auf das Ende ſeiner Laufbahn zu kommen.


