Jahrgang 
Band 2 (1837)
Seite
613
 
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dem Stüke wohl zu Statten kommen, denn es ſpielte bis nahe an halb Eilf Uhr, und das iſt etwas zu viel für eine Poſſe. Die Aufführung war, wie von einem Vereine von ausgezeichneten Komikern, wie ſie unſere Bühne beſizt, zu erwarten, ſehr gelungen. Köſtlich war Hr. Rott als Gabriel. Er führte dieſen bizarren Charakter mit treffen⸗ der Pikanterie und umſichtiger Wahr heit durch. Seine Definition von Kri tik, ſo wie die humoriſtiſche Vorle ſung waren voll draſtiſcher Wirkung und erregten ſtürmiſchen Beifall. Herr Lang(Sperrauf) gewann ſowohl der üblen Laune des melancholiſchen armen Hausmeiſters, als auch dem Frohſinn des lebensluſtigen Hausherrn die rechte Seite ab. Er ſpielte gemüthlich- ko⸗ miſch und ſang ſeine Kouplets recht amüſant und drollig. Er mußte Man⸗ ches wiederholen. Hr. Gäde(Zwikel) war der Dritte in dieſem Vunde, deſ⸗ ſen Humor nie verſiegte. Aeußerſt ko⸗ miſch benahm er ſich als Pantoffel helb, u. noch komiſcher als er zur Beſinnung kam und die Herrſchaft über ſeine Frau gewann. Das ſchadenfrohe Gelächter des männlichen Publikums mag ihm ſagen, wie natürlich er geſpielt. Mad. Hut ſpielte ſehr ſchnippiſch, aber im Geſange will es nicht ſo recht ge⸗ hen. Auch die H. H. Schinn und Donua gaben die beiden franzöſirenden Diener ſehr drollig. Hag.

Muſik.

Ara d. Die öffentlichen Prüfun⸗ gen der Zöglinge des hie ſigen Muſik⸗ Konſervatoriums für den Sommer-Kours fanden am 28., 29. u. 30. Aug. l.. in Gegenwart des ſtädtiſchen Magi ſtrats und eines ſehr zahlreichen mu ſikliebenden Publikums Statt, welches ſeine Zufriedenheit über die Bemühun⸗ gen der H. H. Profeſſoren ſowohl, als über

die neuerdings gemachten ſchönen Fort ſchritte der Zöglinge, durch die laute ſten Beifallsbezeugungen äußerte. Am erſten Tage wurden die Zöglinge aus der Theorie und Harmonielehre, dann auf dem Piano und der Guitarre geprüft. Die Theorie wird im All⸗ gemeinen noch zu wenig gewürdigt, um hievon mit Auszeichnung ſprechen zu können; hingegen bot die Harmonie⸗ lehre um ſo glänzendere Reſultate, indem die Zöglinge die aufge gebenen harmoniſchen Beiſpiele, aus unumſtöß⸗ lichen, und der Natur der Muſik ge⸗ folgerten Grundſäzen nicht nur zer- gliederten und nach Vogler's Maxime beurtheilten, ſondern auch über ein, ihnen ganz unbekanntes Thema, nach einer kurzen Erklärung ihres talent vollen Profeſſors und Direktors Franz Zenker, ſich in der muſikaliſchen Kom⸗ poſition verſuchten, und insgeſammt auf die gegebenen Figuren das Thema zur allgemeinen Ueberrraſchung varir- ten. Auf dem Piano zeichneten ſich Aloys Steuer, Amalie Kün, Julianna Klein, Alexander von Boros, Julian⸗ na Fruſcha und Karl Vartſcht zu all⸗ ſeitiger Zufriedenheit aus. Auf der Guitarre hörten wir von Joſepha Cſiky und Marie Podhorſzkey zwei Piecen recht hübſch vortragen. Am zweiten Tage wurden die Zöglinge des Geſanges, ſo wie jene der Violine geprüft. Ama⸗ lie Kan u. Julie Klein ſangen ein Duett ausNorma mit vielem Beifall, wel⸗ ches gegen Ende der Prüfung auf all⸗ gemeines Verlangen repetirt wurde. Nebſt dieſen ſangen Julianna Frufcha, Antonia Lukäcſy, Amalie von Boros, Moriz Klein, Joſepha Moldovänyi, Marie Podhorſzky und Joſepha Cſiky ihre Solo- Piecen gleichfalls zwiſchen Applaus. Von den Violin⸗Schülern zeichneten ſich Aloys Steuer und der Elementar- Zögling Albert Kün vor züglich aus. Erſterer ſpielte unter