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Kunst. Eleganz und Mode
Vebuter Secheg ag.
27. g Mittwoch, 27. Sept. 1837.
Der Bandit der Abruzzen.
(Fortſezung.)
Auf einer ſeiner Reiſen in Italien hielt Sir William S... in einem kleinen Horſe an, das nicht-weit von Monte Cavallo liegt, um da zu über⸗ nachten. Im Gaſthofe, wo er abſtieg, fand er einen Italiener von angeneh—⸗ mem Aeußern, deſſen zuvorkommende Sprache und ſeine Manieren ihm unend⸗ lich gefielen. Nach einiger Zeit der Unterhaltung fragte ihn der Italie— ner, der ſich ſeinerſeits nicht weniger in der Geſellſchaft Sir Williams zu gefallen ſchien, ob es ihm nicht unangenehm wäre, mit ihm zu Abend zu eſſen. Sir Charles nahm den Vorſchlag mit Vergnügen an und ſie ſezten ſich zu Tiſche. Die keken, beſtimmten und geiſtreichen Fragen des Fremden bezau⸗ berten Sir William und in kurzer Zeit entwikelte ſich zwiſchen ihnen die Ver— traulichkeit der Reiſenden, von welcher der Reiz um ſo größer iſt, je ſchneller ſie gewöhnlich endigt und da die für den Augenblik ſo eng verbundenen Freun⸗ de ſich wahrſcheinlich niemals wiederſehen. ö
Sie ſezten nach der Mahlzeit ihre Unterhaltung bis ſpät in die Nacht fort und als das verlöſchende Licht der Lampen andeutete, daß die Stunde der Ruhe längſt gekommen war, ſo ſchikte ſich Sir William an, Abſchied von dem Fremden zu nehmen. Da fragte ihn mit dem unbefangenſten Anſehen von der Welt der Italiener, welchen Weg er nehmen werde. Sir Charles antwortete, daß er über die Apenninen zu gehen gedenke. Der Italiener zukte die Ach— ſel, ſagte, daß es ihm leid thue, ihn dieſen Weg nehmen zu ſehen und fügte hinzu, daß er gute Gründe habe, zu glauben, daß dieſe Straße ſeit einiger Zeit von einer Räuberbande unſicher gemacht werde, welcher Niemand leicht entſchlüpfen könne. f a
Sir William dankte dem Fremden, ſagte aber, daß er, troz ſeiner War— nung entſchloſſen ſei, dieſen Weg zu nehmen, wegen der Wichtigkeit der An⸗


