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ern, heranſegeln und ankern zu ſehen, Ich nahm das Innere dieſes ſtolzen Prachtgebäudes in Augenſchein, und war nicht wenig frappirt, als ich in den Kajüten erſten Ranges eine Ele— ganz, eine Einrichtung fand, wie ſie kaum in den Geſellſchaftszimmern des reichſten Banquiers ſchöner zu finden. Dieſes herrliche Schiff unternimmt morgen ſeine erſte Fahrt nach Linz.— Nehmen Sie nicht ungütig, daß mein beutiges Feuilleton ein wenig dampfig iſt. Der Zufall wollte es ſo, daß ich mit Dampf beginnen und mit Dampf endigen ſollte.— Alambre.
Buntes aus Paris. In Pont a Mouſſon kam kürzlich ein ſehr ſpaß⸗ hafter Auftritt vor. In den franzöſi—⸗ ſchen Etappenſtädten werden die Sol— daten bei dem Durchzuge entweder in die Kaſerne gebracht, wenn eine da iſt und die Bürger müſſen die Betten ge— ben, oder man quartiert ſie ganz bei den Bürgern ein. Als kürzlich ein Re⸗ giment durch Pont a Mouſſon kam, wurden deshalb in der ganzen Stadt Strohſäke, Matrazen, Betttücher de. zuſammen geholt. Unter den ſo in Kontribution geſezten Einwohnern be— fand ſich auch ein alter Rentier, der für ſehr reich galt und als ſehr geizig bekannt war. Er war gerade nach Nancy gereiſet und ſeine alte Haushälterin führte die Wirthſchaft allein. Der Rentier hatte einen Strohſak zu lie— fern; die Haushälterin nahm des halb aus dem Vette ihres Herrn den alten Strohſak, auf dem er ſchon ſeit meh— reren Jahren geſchlafen und legte ei⸗ nen ganz neuen hinein, der lange ſchon auf dem Boden lag, ohne benuzt wor—
den zu ſein. Abends kam der Alte zu⸗ rük und ſtaunte ſehr, ſein Bett über einen Fuß höher als gewöhnlich zu fin— den. Er fragte nach der Urſache und die Haushälterin ſagte ihm, was ſie gethan hatte. Da erbleichte der gute Mann, ſagte, er halte viel auf den alten Strohſak, ſei daran gewöhnt, möge keinen andern, und befahl, ſo— gleich den alten zurükzuholen. Die Haushälterin ging, aber es war zu ſpät; die Soldaten hatten ſich bereits niedergelegt u. man forderte die Alte auf, den nächſten Morgen wieder zu kommen. Der Rentier wurde auf dieſe Nachricht wüthend, erklärte, er könne auf keinem andern Strohſake ſchlafen und ging fort. Wo verbrachte er die Nacht?— an der Thüre der Kaſerne auf einer Steinbank. Hier wartete er bis die Soldaten aufſtanden, ſtürzte dann ſogleich in den Schlafſaal und ſuchte ſein Eigenthum. Im Schweiß gebadet kam er zu Hauſe an, denn er hatte ſeinen Strohſak ſelbſt tragen wollen, nahm ſchnell eine Scheere, ſchnitt den theuern Strohſak auf und jubelte vor Freude; als er im Stroh, eine Summe von 40,000 Franks in Gold und Papier wiederfand, die er darin verſtekt.— Die Kirchweih von St. Germain bei Paris iſt dies Jahr, der Eiſenbahn wegen, weit belebter
als im vorigen Jahre. Auf beſonderes
Verlangen wurde ſie vom 6. bis 10. Sept. verlängert. B.
Muſik.
e ſt h. Der rühmlich bekannte Klavier- 9 5 Kompoſiteur Herr Karl Joſ. Habern aus Prag iſt hier angekommen, und wird ſich Morgen, im hieſigen ungarlſchen National⸗Theater, in eigenen Kompoſitlonen hören laſſen.
Halbſäbriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzuſendung 5 fl. Auf Belinpaplier 5 fl. und pofifreti 6 fl. C. M.— Man prdnumerirt im Kommiſſiontamt iu des Waſſerthort), in C. Millers u. F. Tomalat Kunſthand lungen zu peſth und
mit erſten Kupferabdrſlten Ofen(Feſtung, auberhalb bel allen k. k. Poſtämtern-
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


