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eine unentgeltliche Entbindungsanſtalt für arme Frauen gebildet.— Die ita⸗ lieniſche Opernſaiſon in Paris dauert diesmal vom 3. Okt. bis Ende März. Außer den frühern Virtuoſen: Lab⸗ lache, Tamburini, Rubini, den Damen Griſti, Aleſſandri, Altertazzi, iſt auch Mad. Tacchinardi-Perſiani entgagirt worden.— Die Reichthümer des Jar⸗ din des Plantes zu Paris vermehren ſich von Tag zu Tag. Man zählt ge⸗ genwärtig 8 Löwen und Löwinen, 11 Bären, 6 Wölfe, 5 Hyänen, 1 Ti⸗ ger, 1 Tigerwolf, 1 Schakal und 1 Panther. Man erwartet bald ein Pferd von beſonderer Geſtalt, welches bisher in Europa unbekannt iſt. Es kommt aus der Provinz Herbigican in Per— ſien, und wird vom Schah einem un—⸗ ſerer ausgezeichneten Gelehrten geſchikt. — Auf dem Theater der Porte St. Martin wird ein neues Melodram un— ter dem Titel:„der Mägdekrieg“ ge⸗ geben werden. Zu dieſem Stüke, dem übrigens der bekannte van der Veldeſche Roman zu Grunde liegen ſoll, hat der Direktor jenes Theaters einige Hun— dert junge Mädchen engagirt.— Der bekannte Pouſſouff Bey hat ein Land— haus in der Nähe von Paris gemie— thet. Er wollte neulich in der Orts— kirche einer, von dortigen Damen auf— geführten muſikaliſchen Meſſe beiwoh— nen; der Pfarrer weigerte ſich aber, einen Muſelman im orientaliſchen Ko— ſtüm in die Kirche einzulaſſen, ſo daß Pouſſouff die Thüren verſchloſſen fand.
Köln. Der Apellationshof zu Köln hat in der lezten Zeit wieder⸗ holt entſchieden, daß ein Vertrag, der zwiſchen Inländern über das Einſchwär⸗
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zen von Waaren in Ausland geſchloſ⸗ ſen worden, vollkommen giltig ſei. Er glaubte, daß ein ſolcher Vertrag kei— neswegs auf einem unſittlichen und da— her unerlaubten Beweggrunde beruhte, indem die Einführung von Waaren ins Ausland an ſich nkchts Unſittliches ſei, dieſelbe den Geſezen des Inlandes nicht widerſtreite, der Inländer aber durch die Zollgeſeze des Auslandes nicht gebunden werde. Die Verträge, über deren Giltigkeit der Apellations⸗ hof erkannte, waren beide gegen Frank- reich gerichtet, und es mag die Ent⸗ ſcheidung inſofern auch im Völkerrechte begründet ſein, als die obern Gerichts⸗ höfe in Frankreich derſelben Anſicht huldigen, und daher den preußiſchen Zollgeſezen eben ſo wenig Schuz ge— währen. M. London. Der„Herald“ ſagt, ein New⸗Yorker Arzt habe ſich geäu⸗ ßert, er habe in ſeiner Praxis in ei⸗ ner Woche vier Fälle von Schlagfluß gehabt, die durch das Tragen zu enger Stiefel herbeigeführt worden ſeien. L.
Benefize⸗Vorſtellung.
Ofen.(Arena). Sonnabend, den 16. d. M., wird zur Benefize des flei⸗ ßigen u. verdienſtvollen Geſchwiſterpaa⸗ res, der Delles. Magdalena und Louiſe Zettler, eine ſehr intereſſante Vor⸗ ſtellung in unſerer Arena ſtattfinden. Gegeben wird:„Der Flüchtling, oder der Reiſewagen des Em i⸗
granten“, Schauſpiel in 5 Aufz.
aus dem Franzöſiſchen. Die Beliebtheit der Benefiziantinen, ſo wie das äu⸗ ßerſt effektreiche Stük laſſen eine große Theilnahme erwarten.
Beilage: Der Schmetter⸗ ling. Ne. 19.
Halblühriger Preis 4 fl., mit freier Poſtiuſendung 5 fl. Auf Velinpapler mit erſten Kupferabdrüllen 5 fl. und poſtfret 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im Kommiſſionzamt iu Ofen(Feſtung, außerhalb
des Waflerthort), in C. Millers u. F. Temalats Kunſthand tungen zu Peſth und kei allen f. T. Poeffüm tern.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.
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